Gipssteinbrüche im Heinschen Tal bei Obersdorf

- von Peter Sauerzapfe -

Bei diesem Geotop handelt es sich um zwei Gipssteinbrüche. Während der südöstliche Bruch frei zugänglich ist, befindet sich der nordwestlich gelegene Bruch in einem Privatgrundstück. Der in den beiden Brüchen aufgeschlossene Hauptanhydrit, der verkarstet ist, bildete sich im Oberperm. Er wird dem Deckgebirgsstockwerk zugeordnet.


Felswand aus stark verkarstetem Gips im südöstlichen Gipssteinbruch (Foto Dr. S. König)

Der Hauptanhydrit, der in diesem Geotop ansteht, ist im südlichen Harzvorland nur an einigen Stellen über Tage aufgeschlossen. Er bildet noch heute im Bereich Rottleberode die Grundlage für eine florierende Gipsindustrie. Im südöstlichen Gipssteinbruch im Heinschen Tal sind an mehreren Stellen typische Verkarstungserscheinungen zu beobachten. Im nachfolgenden Bild ist eine Spalte im Gipsgestein zu sehen, die wieder mit Bodenmaterial zugeschwemmt wurde.


Spalte im Gipsgestein, zugeschwemmt u.a, mit Löß; südöstlicher Gipsbruch (Foto Dr. S. König)

Im Normalprofil des Mansfelder-Sangerhäuser Reviers erreicht der Hauptanhydrit Mächtigkeiten von 50 bis 60 m. Aus dem Anhydrit wird bei Kontakt mit Wasser Gips. Bei Zutritt vom salzhaltigen Wasser löst sich der Gips vollständig auf. Übrig bleibt der im Anhydrit bzw. Gips enthaltene Dolomit in Form eines lockeren, grauen Gesteinsmaterials. Dieses wurde von den Mansfelder Bergleuten als „Asche“ bezeichnet.


Bruchwand des Nordwestlichen Gipssteinbruches (Foto Dr. S. König)

Bedingt durch die steilen und ungesicherten Bruchwände des Steinbruchs ist Vorsicht beim Betreten geboten. Eine Beschilderung bzw. Absperrung ist nicht vorhanden. Die Besucher dieses Geotops bewegen sich auf eigene Gefahr in einem geschützten Naturraum. Sie haben sich entsprechend zu verhalten.

Das Geotop liegt östlich der Straße Sangerhausen-Obersdorf, etwa in der Mitte zwischen den Ortschaften Gonna und Obersdorf. Ein Weg, der über eine für den Fahrzeugverkehr gesperrte Brücke führt, endet direkt am Eingang zu dem Heinschen Tal mit seinen beiden Gipsbrüchen. Der nordöstliche Gipssteinbruch befindet sich in einem Privatgelände. Sein Betreten setzt das Einholen einer Betretungsgenehmigung des Grundstückbesitzers voraus.


Ausschnitt aus der Geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern; Blatt Mansfeld - herausgegeben 1934 (Veröffentlichung gestattet mit freundlicher Genehmigung durch das LAGB Sachsen-Anhalt); bearbeitet durch Dr. S. König

GPS-Koordinaten
N 51.5171° E 11.3341°

Quelle: kupferspuren.eu