1. Südharz-Symposium 30.-31. Mai 1997 in Herzberg am Harz

 
Forschungen in der Gipskarstlandschaft
Südharz von den Anfängen bis zur
Gegenwart

Vortrag von Dipl.-Ing. Fritz Reinboth
 

1. Einleitung

Die Forschung im Südharzer Gips und Dolomitkarst und ihre Träger

Für ein Karstgebiet typische Erscheinungen wie Höhlen, Flußversinkungen, Erdfälle usw., aber auch die eigentümliche Flora haben auch im Südharzvorland schon immer das besondere Interesse der Naturforscher erweckt. In der umfangreichen älteren Literatur nehmen jedoch wissenschaftliche Arbeiten und Dokumentationen, die über Kompilationen und Wiederholungen hinausgehen, nur einen schmalen Raum ein. Vor allem sind es naturwvissenschaftlich engagierte Geistliche, Ärzte und Lehrer, die als Pioniere der Karstkunde in Erscheinung treten. Im 19. Jahrhundert richtete sich das Interesse vor allem auf Zeugnisse der Vorgeschichte und Paläontologie, die man in den Höhlen suchte. Diese Forschung wurde im Gipskarst zunächst kaum fündig, da die damals bekannten Gipshöhlen in ihrem heutigen Erscheinungsbild zu jung sind, und erstreckte sich daher im Harz fast ausschließlich auf Kalk- und Dolomithöhlen. Die ersten Funde in den im Gips gelegenen Schuchhardtshöhlen am Kyffhäuser und neuerdings am Lichtenstein bei Osterode waren deshalb auch zunächst nicht das Ergebnis einer gezielten Grabung, sondern zufälliger Art und Iösten erst dann systematische Untersuchungen aus.

Erst unser Jahrhundert entwickelte die Speläologie als Gruppenwissenschaft. Die Pionierarbeit wurde auch hier von Amateurwissenschaftlern geleistet, nur vereinzelt traten in den späten zwanziger Jahren professionelle Geologen und Hydrologen auf den Plan. Erst seit der Mitte unseres Jahrhunderts findet der Gipskarst zunehmend das Interesse der geologischen, geographischen und botanischen Lehrstühle der benachbarten Universitäten bzw. Hochschulen bis hin nach Hamburg und Freiberg. Nach der Speläologie im engeren Sinne - nach wie vor Domäne der Amateure - wird nun der Gipskarst gleichermaßen als Geotop wie als Biotop Gegenstand universaler und professioneller Forschung und Dokumentation. Die folgenden Ausführungen können unmöglich das ganze Spektrum der jüngeren wissenschaftlichen Arbeiten auch nur auflisten. Für den niedersächsischen Bereich liegen dazu mehrere Bibliographien vor (Vladi 1979. 1981a; Pohl 1975, 1983, 1993).

Dem Südharzer Zechsteinkarst sind auch die Dolomithöhlen bei Scharzfeld zuzuordnen. Die große forschungsgeschichtliche Bedeutung der Einhornhöhle wurde bereits mehrfach gewürdigt (Reinboth 1978, Vladi 1979, 1981b), so daß hier auf eine Wiederholung verzichtet werden kann.

2. Die Karsterscheinungen in der Forschung

Fachübergreifende Karstkunde im weitestem Sinne ist für den Harz eine neuere Errungenschaft, obwohl gewisse Einzelerscheinungen seit etwa 1600 beobachtet und beschrieben worden sind. Auch die Speläologie wurde zunächst weniger als Gruppenwissenschaft betrieben, sondern beschränkte sich anfangs auf die Topographie der Höhlen. Der Harzer Höhlenkataster, dessen schon 1923 aufgestellter und inhaltlich bis heute gültiger Fragenkatalog alle Aspekte der Höhlenkunde berücksichtigt (Reinboth 1990), ist bisher kaum in diesem Sinne als Pioniertat gewürdigt.

2.1 Erdfälle

Das Einsturz eines Erdfalls war eine für jedermann wahrnehmbare, beunruhigende Karsterscheinung, die deshalb auch früh aufgezeichnet und diskutiert wurde. Die Bevölkerung kleidete ihre Vorstellungen über plötzliche geologische Vorgänge häufig in das Gewand der Sage, was eine Reihe von Erdfallsagen belegt (Silberborth 1931, 46 ff.). Nicht selten gab es ja auch Augenzeugen bei der Entstehung eines Erdfalls, deren mit etwas Phantasie angereicherte Erzählungen oft als Sage fortlebten, in der die tatsächlichen Ereignisse gleichsam mit einer moralischen Belehrung überhöht wurden. So soll das Große Seeloch bei Kleinwechsungen nach dem mutwilligen Zertreten von Brot mit großem Krachen eingebrochen sein (Behrens 1703, 85). Oft ist es das Tanzen im Wirtshaus während des Gottesdienstes, das als göttliche Strafe das Versinken der Sünder in einem Erdfall als Gleichnis des Höllenschlundes zur Folge hat wie z.B. beim Tanzteich bei Niedersachswerfen (Silberborth 1931. 51). Wie so oft gab hier der Name den Anlaß zu einer erklärenden Sage. 1703 versucht Georg Henning Behrens in seiner "Hercynia curiosa" eine exakte Deutung der Bezeichnung Tanzteich und weist auf einen angeblichen Strudel über einen Wasserschlinger hin. Der Bericht eines hannoverschen Soldaten, der 1682 beim Tauchen diesen Schlinger wahrgenommen haben will (Behrens 1703, 91), ist ein früher Nachweis dieser sportlichen Sonderform der Karstforschung! Wissenschaftliches Bemühen zeigt auch die Vermessung des Großen Seelochs durch den Nordhäuser Gymnasialrektor Conrad Dunkelberg 1696 (Behrens 1703, 85; Tauchmann 1990).

Das Wesen der Erdfälle erkannte aber lange vor Behrens der Magister und Rektor der Walkenrieder Klosterschule Heinrich Eckstorm (1557-1622). 1620 veröffentlichte er in Helmstedt - damals Sitz einer Universität - ein weithin auf Berichten der Bibel und des klassischen Schrifttums aufgebautes Werk über seismische Katastrophen und feuerspeiende Berge unter dem umfänglichen Titel: Histona terrae motuum complurium... cum appendice locorum quorundam semper ardentium ut et specuum mirabilium ex sacrarum Iitterarum monumentis et tam antiquis quam recentibus scriptonibus excerptae usw., das durch gründlich beobachtete Berichte über heimische Erdfälle und Flußversinkungen ergänzt wird (Eckstorm 1620, 163f.).

Erst in neuerer Zeit wurde die botanische Inselsituation der Erdfälle systematisch untersucht und dokumentiert, so von dem Nordhäuser Lehrer Kurt Wein (Wein 1955); Bohrungen und palynologische Untersuchungen der Füllungen wassererfüllter und vermoorter Erdfälle ermöglichen Aussagen nicht nur über deren Alter, sondern auch deren Genese und über die Klimaentwicklung (Weinberg 1981). Auch die Morphologie der Erdfälle und Dolinen bis hin zum Erstellen eines Erdfallkatasters für das Kreisgebiet Osterode ist Gegenstand jüngerer Forschung und Dokumentation.

2.2. Karstgewässer

PIötzlich unter einer Felswand verschwindende Bäche haben auch für den modernen Menschen immer noch etwas Geheimnisvolles. Die Frage nach dem Verbleib oder dem Wiederaustreten solcher Gewässer weckt aber seit jeher die Neugier der Menschen.

Ein Kollege Eckstorms an der Klosterschule Walkenried, der Konrektor Zacharias Bertram berichtet in einem Kommentar zu einem Manuskript des Chronisten Letzner um 1600 über die die Versinkung der Wieda zwischen Walkenried und Gudersleben. Bei einem Triftversuch mit Häcksel sei angeblich das verschwundene Wasser im Höhlenteich der Kelle bei Ellrich wieder zum Vorschein gekommen (Reinboth 1989, 71). Eine Beschreibung der Wiedaversinkung lieferte auch der Blankenburger Chronist und Pfarrer Stübner (1790, 201), der den Wiederaustritt in der "Kalten Wieda" am Kohnstein vermutete. Schon die volkstümliche Namengebung geht von diesem naheliegenden Zusammenhang aus. Ein 1933 von Haase vorgenommener Chlorierungsversuch des Wiedaponors und der Kalten Wieda verlief aber negativ (Haase 1936b, 110). Dem von Bertram erwähnten Häckselversuch begegnen wir im Südharz auch später noch, so bei Behrens (Behrens 1703. 123). Zweifellos wurde Häcksel früher für Triftversuche verwendet (Völker 1983. 23).

Nach dem 2. Weltkrieg hat Friedrich Schuster mit der Fachgruppe Höhlenforschung im Kulturbund Nordhausen zahlreiche Karstquellen und -schwinden z.T. erstmals beprobt und über Iängere Zeit beobachtet. Auch die ersten Tauchgänge in der Heimkehle 1957 unter Fritz Reusrath und seit 1976 unter Klaus-Jürgen Fritz gehören zu diesen vor dem Kriege technisch kaum denkbaren Forschungen (Völker 1981, 19 f.).

Ochsenpfuhl und Rhumequelle

Über verschwundene Karstgewässer berichtete auch schon Eckstorm in der bereits genannten Historia terrae motuum (Eckstorm 1620, 163f.). Er teilt über den Ochsenpfuhl ("palus bovina") bei Herzberg die auffallende Beobachtung mit, daß "in bovinum lacum aqua multa influit, effluit nulla". Den Austritt des versunkenen Wassers vermutete Eckstorm (a.a.O.) in der 7 km entfernten Rhumequelle: "Nisi forte subterraneis meatibus illa deferatur ad Rhumae fontem, uno circiter milliari inde distantem?" Im Prinzip wurden die von Eckstorm mit erstaunlichem Instinkt erahnten karsthydrographischen Zusammenhänge 300 Jahre später durch Thürnau nachgewiesen (Thürnau 1913). Die ersten Tauchgänge in der Rhumequelle durch Alexander Wunsch und Reimar Frickenstein 1964 klärten die Topographie des 10 Meter tiefen QuelItopfes und widerlegten endgültig die Legende einer Tiefe von 40 Metern. Diesen bis heute fortgeführten praktischen Forschungen (Hartwig 1991) waren geologische und hydrologische Untersuchungen von Axel Herrmann und Hugo Haase vorangegangen (Herrmann 1969). Analog zu Thürnaus Ergebnissen wies Haase in seiner 1936 gedruckt erschienenen Dissertation die Eigenschaft der zweiten großen Karstquelle des Südharzes, der Salzaquelle, als Austritt sämtlicher östlich der Eichsfeldschwelle im Südharzer Zechsteinkarst versinkenden Gewässer nach (Haase 1936b).

Ältere Wasserstandsbeobachtungen

Um 1720 war mit Albert Ritter (1682 - 1759) und seinem Schüler Franz Ernst Brückmann (1697-1753), zwei befreundeten Gelehrten, an die Stelle früherer hypothetischer Erwägungen von karsthydrographischen Zusammenhängen erstmals exakte Beobachtung getreten. Ritter war Konrektor der Klosterschule Ilfeld, Brückmann Arzt in Wolfenbüttel. Als Ritter erstmals persönlich den Klinkerbrunnen aufsuchte, fand er den Höhlensee mit einem Höchststand vor, worauf er sofort seine aus älteren Nachrichten kompilierte Darstellung (Ritter 1739, 20) korrigierte, das Wasser habe sich verlaufen (Ritter 1748, 51 f.). Beispielhaft zeigt sich hier, wie vorsichtig manche Nachricht in der alten Literatur aufzunehmen ist. Durch Einzelbesuche konnte das Wesen der Karstgewässer mit ihren oft beträchtlichen Spiegelschwankungen nicht erkannt werden, obwohl die Beobachtungen selbst durchaus richtig waren. In der unweit seiner Wirkungsstätte Ilfeld gelegenen "Kelle" konnte Ritter dagegen kontinuierliche Beobachtungen aufzeichnen. Aufgrund von Pegelablesungen vom 7. August bis zum 13. November 1720 ermittelte er Spiegelschwankungen von mehr als 1 Fuß. Zusammen mit Brückmann stellte er in der Kelle die ersten in der Geschichte der Südharzer Karsthydrographie bekannten Temperaturbeobachtungen an (Brückmann 1734, 4; Reinboth 1989, 71 f.).

Eine Iängere Meßreihe eines Karstwasserspiegels liegt erstmals für 1806 vor. Aus bergmännischen Gründen wurde der "Wog" , d.h. der Karstwasserspiegel in den Mansfelder Schlotten beobachtet (Freiesleben 1808, 179), dessen Hub sich in diesem Jahr auf ca. 2,5 m belief und der in Gipshöhlen zu beobachtenden Größenordnung durchaus entspricht. Die Schlotten dienten dem Mansfelder Kupferschieferbergbau als natürliche Vorfluter und erübrigten den direkten Anschluß an die großen Wasserlösestollen.

Theorien über Karstgewässer: der Bauerngraben

Neben die Beobachtung treten schon im frühen 18. Jahrhundert theoretische Erwägungen. Deutungsversuche von Hungerbrunnen und dem berühmten Zirknitzer See im slowenischen Karst hatte 1689 J.W.v.Valvasor publiziert (Pfeiffer 1963, 67 f.). Der sonst eher unkritische Behrens erkannte, daß sich Valvasors Hebertheorie auf den Bauerngraben bei Breitungen nicht übertragen ließ. Behrens ging davon aus, daß die Schwinde als Wechselschlund (Estavelle) fungiert und vermutete zwei Wasserbehälter, von denen der obere durch einen tiefer gelegenen entwässert. Der untere auf jeden Fall unterirdische See liege mit dem Becken des Bauerngrabens
in einem Niveau. Sind nun die Abflüsse dieses Höhlensees episodisch verstopft, so müsse sich das vom oberen See kommende Wasser stauen und im Bauerngraben austreten (Behrens 1703. 97). Diese Rückstautheorie ist auch ohne die Annahme einer Estavelle prinzipiell richtig, wenn man sich den oberen See durch das oberirdische Gewässernetz ersetzt denkt (Haase 1936a). Der unterirdische See ist der Karstwasserkörper und wurde als real existierende wassergefüllte Schlotte beim Bau des sog. Breitunger Stollens 1760 angefahren (Völker 1983, 17). Die Verhältnisse am Bauerngraben erörtert Freiesleben anläßlich eines Hochwassers von 20 Ellen im August 1805 (Freiesleben 1808, 201). Freiesleben deutet die im Breitunger Stollen angefahrenen Schlotten als Vorfluter des Bauerngrabens. Später gerieten diese Nachrichten wieder völlig in Vergessenheit; erst neuerdings ist ihnen Völker (1983) nachgegangen. Eine gründliche Untersuchung des Bauerngrabens erfolgte mit Unterstützung der Fachgruppe Höhlenforschung im Kulturbund Nordhausen durch die Bergakademie Freiberg unter Günter Viete (Viete 1954). Bescheidenere Seitenstücke dieses eindrucksvollsten oberirdischen Karstsees des Südharzes sind z.B. der Nixsee bei Nüxei (Priesnitz 1969) und der Steingraben bei Osterhagen; eine Untersuchung ihrer Hydrologie steht noch aus.

Unfreiwillige Tracerversuche mit Schweröl und Heizöl am Spatenborn bei Walkenried und am Trogstein bei Tettenborn haben inzwischen weitere Kenntnislücken aufgedeckt (Reinboth 1992b) und zeigen drastisch die Notwendigkeit des Wasserschutzes besonders in Karstgebieten (Ricken & Knolle 1986).

2.3. Höhlen

Die Suche nach Zeugnissen frühwissenschaftlicher Höhlenforschung im Südharz führt uns wieder zu dem schon genannten Heinrich Eckstorm, der 1591 in einem Privatbrief an den Jenaer Professor Brendel neben der Baumannshöhle die Kelle bei Ellrich genau beschrieben hat. Der Brief wurde 1620 als Anhang des oben zitierten Werkes über Erdbeben gedruckt (Eckstrom 1620, 210-230). Im Gegensatz zur Baumannshöhle kannte Eckstorm als langjähriger Pfarrer in Ellrich die Kelle aus eigener Anschauung. Seine genauen Größenangaben und seine Schilderung der Kelle als Wallfahrtsort wurden in der späteren Literatur bis in das 19. Jahrhundert hinein auch dann noch kritiklos abgeschrieben, als die Höhle Iängst zusammengestürzt war. Mit ihrer praktisch Iückenlosen Dokumentation seit Eckstorm Iäßt sich die Entwicklung der Kelle von der von Eckstorm beschriebenen wassergefüllten Riesenhalle bis zum Erdfall in einzigartiger Weise verfolgen (Reinboth 1989). Seit etwa 1770 bildete sich eine Deckenöffnung, die sich im 19. Jahrhundert dramatisch vergrößerte. Um die romantischen Schilderungen von Dichtern des ausgehenden 18. Jahrhunderts (Göckingk, v.Hagen, Tiedge) nachzuvollziehen, sollte man einmal den versteckten alten Eingang aufsuchen und dort die zusammengebrochene Höhle vor dem geistigen Auge wieder erstehen lassen. Dennoch ist die Kelle auch als Ruine immer noch eines der schönsten Naturdenkmäler im Südharz.

Besonders aber zwei andere Südharzer Höhlen fanden früh überregionales Interesse: Die Einhornhöhle bei Scharzfeld und das Weingartenloch bei Osterhagen. Die unerschöpflichen Vorräte des als Arznei gesuchten "Unicornu fossile" in der Einhornhöhle gaben ihr den heute gebräuchlichen Namen und begründeten schließlich ihre Bedeutung als Pflanzstätte der Paläontologie. Ihr Ruf lockte Gelehrte wie Leibniz und später Goethe, der sie als Liebhabergeologe aufsuchte und von Georg Melchior Kraus zeichnen ließ (Reinboth 1978). Die schöne Zeichnung ihres Einganges wird in der Goetheliteratur allerdings bis heute unverdrossen als "lnneres der Baumannshöhle" zitiert. Das Weingartenloch kam als Schatzhöhle und durch obskure Venedigerberichte zu zweifelhaftem Ruhm, der mehreren Schatzgräbern das Leben kostete (Reinboth 1967, 1995).

Als erster Versuch einer vollständigen Höhlentopographie eines deutschen Karstgebietes nimmt die Hercynia curiosa von Georg Henning Behrens (1703) eine Sonderstellung ein. Behrens hat sieben Gipshöhlen beschrieben, die er vermutlich auch von Nordhausen aus, wo er Stadtarzt war, selbst besucht hat und von denen er nicht nur wie in anderen Fällen ältere Beschreibungen und mündliche Berichte kompiliert hat. Cum grano salis kann man in der Hercynia curiosa einen Vorläufer des Harzer Höhlenkatasters sehen. Mit einer gewissen Berechtigung verdient auch der Nordhäuser Pfarrer und Polyhistor Friedrich Christian Lesser, als geistiger Vater einer katasterähnlichen Erfassung der Höhlen genannt zu werden. In einer erstmals 1734 erschienenen Beschreibung der Baumannshöhle rief er zur planmäßigen Sammlung von Angaben über Höhlen auf, freilich ohne dies zu präzisieren (Rein 1993, 46). Praktische Folgen im Sinne eines Katasters hatte die Anregung Lessers damals nicht.

Im Gegensatz zu Lesser hat Behrens allerdings nirgends wirkliche Forschung betrieben, wohl aber Lessers bereits genannte Zeitgenossen Franz Ernst Brückmann und der mit diesem befreundete Albert Ritter. Beide publizierten ihre Ergebnisse lateinisch, was den wissenschaftlichen Anspruch unterstreicht. Besonders Brückmanns zweihundert "Reisebriefe" enthaIten einige Studien zum Südharzer Karst, u.a. auch über die Kelle. Ritter, der selbst mehrere Arbeiten über "Merkwürdigkeiten" der Natur publizierte (z.B. Ritter 1739, 1748), steuerte Informationen und vor allem etwas dilettantische Höhlenpläne bei, von denen die Darstellungen der Einhornhöhle, der Kelle und des Klinkerbrunnens die ältesten aus dem Südharz sind (Reinboth 1978, 1982, 1989). Den Plan der Einhornhöhle hat Brückmann seinem 34. Reisebrief über die Scharzfelder und Iberger Höhle (Brückmann 1734), den der Kelle dem 72. Reisebrief über die Kelle (Brückmann 1738) beigefügt; der des Klinkerbrunnens findet sich in einem in der Universitätsbibliothek Göttingen vorhandenen Konvolut von Ritters Schriften 1 und wurde erst 1968 ohne Quellenangabe publiziert (Lommatzsch 1968).

Georg Sigismund Otto Lasius war der erste professionelle Geologe, der 1789 den Höhlen des Harzes größeres Interesse zuwendet; es galt vor allem den Fossilien in den Höhlensedimenten und den Sintergebilden. Damit rücken die Gipshöhlen aus seinem etwas engen Blickwinkel. So meint er auch, "wenn man eine von ihnen kennt, kennt man sie alle"(Lasius 1789, 195 f. u. 215).

Einen großen Schritt in die Richtung universeller Höhlenforschung bedeutet die 1809 erschienene Abhandlung des Freiberger Geologen Joh.Carl Freiesleben über den Mansfelder Kupferschiefer, in der er nicht nur den dortigen Schlotten einen eigenen Abschnitt von über 30 Seiten widmet, sondern auch zahlreiche sonstige Höhlen und Karsterscheinungen behandelt (Freiesleben 1808. 69-205). Die Höhlenbeschreibungen Freieslebens sind von mustergültiger Klarheit. Mit seinen Vorstellungen von der Entstehung der Schlotten ist er manchen späteren Höhlenforschern weit voraus; er erkannte sie bereits als Laughöhlen, entstanden "durch allmähliche Auswaschung oder Abnagung durch eine ruhige Wassermasse, die nur soviel Zu- und Abfluß hatte, um mit ihrer Auflösung fortwirken zu können" (Freiesleben 1808, 171).

Die Anlage größerer Gipsbrüche im 19. Jahrhundert und die Aufschließung neuer Abbaufelder des Kupferschiefers führten zur Entdeckung einiger bisher unbekannter großer Höhlen. Ihre Reihe eröffnet die um 1840 im Steinbruch Rittersborn bei Neuhof angeschnittene Rittersbornhöhle, deren Besuch 1854 in einem Reisehandbuch empfohlen wird. Nach ihrem später wieder verschütteten Eingang wurde 1928 planmä8ig gesucht, um die Höhle als Schauhöhle zu erschließen, die dann den Namen Sachsensteinhöhle erhielt (Reinboth 1983 b). Am 23. Dezember 1865 wurde beim Auffahren eines Versuchsstollens zur Mutung nach Kupferschiefer die Barbarossahöhle am Kyffhäuser entdeckt. Die bergbaulichen Arbeiten wurden 1873 eingestellt, da der Kupferschiefer nicht abbauwürdig war. Die Bergbaugesellschaft widmete sich stattdessen dem offenbar recht lukrativen Schauhöhlenbetrieb. Die ersten Besucher wurden am 18. April 1866 in die Höhle geführt. Als der Grundeigentümer Baron von Rüxleben selbst Anspruch auf die Nutzung der Höhle erhob, kam es zu einem berühmt gewordenen Rechtsstreit, der 1891 durch ein Reichsgerichtsurteil zugunsten v. Rüxlebens entschieden wurde. v. Rüxleben mußte allerdings 1898/99 einen eigenen Zugangsstollen anlegen, da ihm das Nutzungsrecht für den alten Stollen versagt wurde (Berg 1924, 39).

Beim Bau des Walkenrieder Eisenbahntunnels wurde am 9.Juli 1868 mit der Himmelreichhöhle der lange Zeitgröße Einzelhöhlenraum des Harzes angefahren. Der damals aufgenommene Höhlenplan genügt höhlenkundlichen Ansprüchen kaum, blieb aber bis in die jüngste Vergangenheit Grundlage aller ingenieurgeologischen Arbeit in der Höhle. 1910 rief man nach Bergschäden am Tunnel den Berliner Geologen Professor Beyschlag als Gutachter, der von der Höhle kaum mehr gesehen haben wird als ihre Haupthalle. Beyschlags Gutachten zeigt, auf welchem dürftigen Niveau sich damals die professionelle Kenntnis über Gipshöhlen befand. Die praktische Höhlenforschung zu Rate zu ziehen, kam den Tunnelbauern auch später nicht in den Sinn. Eine vollständige Vermessung der Höhle erfolgte erst in den Jahren 1960/61 (Reinboth 1970).

Archäologische Forschung in Höhlen

Die Höhlen fanden schon immer Beachtung als paläontologische und archäologische Fundstätten. Insbesondere die Einhornhöhle wurde seit 1872 mehrfach Gegenstand von Grabungskampagnen, an denen sich sogar der berühmte Anthropologe Rudolf Virchow im Streit um das Alter des Neandertalers als Zeitgenosse eiszeitlicher Höhlenfauna beteiligte. Die Ergebnisse waren eher mager, zumal die Höhle durch die Einhorngräberei Iängst durchwühlt war. Erst in neuester Zeit gelangen wieder Funde kompletter Höhlenbärenschädel und damit die endgültige KIärung seiner umstrittenen Altersstellung. Die älteren Grabungen wurden im Gegensatz zu den Rübeländer Höhlen fast ausnahmslos von wissenschaftlichen Laien durchgeführt. Erst an den Grabungen von P. Favreau wurden Geologen hinzugezogen: 1903 E. Stolley und 1905/06 Anselm Windhausen (Reinboth 1978, Vladi 1981b). Zweifellos war dies richtungweisend. zumal sich Geologen in dieser Zeit kaum für Höhlen interessierten.

In den Gipshöhlen gab es zunächst nur einzelne Zufallsfunde, so 1890 und 1910 bronzezeitlicher Gegenstände in der Diebeshöhle. Dort entdeckte der Dresdener Höhlenforscher Johannes Ruscher 1923 mehrere bronzezeitliche Hockergräber (Stolberg, 1926. 31.39). Die Spalten der Schuchardshöhlen am Kyffhäuser, die schon durch zahlreiche steinzeitliche Gefäßscherben aufgefallen waren (Berg 1924, 58), lieferten in den Grabungskampagnen 1951 bis 1957 sensationelle Funde eines bronzezeitlichen Opferkults, über die leider nie ein Grabungsbericht, sondern nur ein populärwissenschaftliches Buch erschienen ist (Behm-Blancke 1958). Nachdem Höhlenforscher in der Kleinen Jettenhöhle bei Düna 1969 auf eisenzeitliche Hinterlassenschaften und Feuerstellen unter einem verbrochenen alten Eingang gestoßen waren (Kempe 1975), gelang 1980 abermals Höhlenforschern in der Lichtensteinhöhle (Rotkamphöhle) bei Förste der spektakuläre Fund zahlreicrer Skelette, die ebenfalls als Hinterlassenschaft eines bronzezeitlichen Opferkults gedeutet werden (Flindt1996).

Die Höhlenforschung als eigener Wissenschaftszweig

Nach dem ersten Weltkrieg begann die Harzer Höhlenforschung sich als selbständige Wissenschaft von der paläontologischen und archäologischen Forschung in Höhlen, wie sie bis dahin betrieben worden war, zu Iösen. Seitdem steht nicht mehr das Einzelobjekt im Mittelpunkt des Interesses, das sich nun zunächst auf die regionale Karsttopographie und schließlich auf allgemeine Karstmorphologie richtete. Die Ausgangssituation zeigt eine Zusammenstellung von Harzer Höhlen, die 1915 von Fritz Krönig veröffentlicht wurde. Krönig nannte darin neben den Harzer Tropfsteinhöhlen, den Höhlen bei Scharzfeld und einigen Muschelkalkhöhlen 14 Gipshöhlen: Jettenhöhle, Weingartenloch, Zwergenlöcher, Himmelreichhöhle, Kelle, Kuxloch am Kohnstein, Försterhöhle, Fohlenloch, Mönchsloch, Heimkehle, Diebeshöhle, Heckersloch, Barbarossahöhle und Prinzenhöhle. (Krönig 1 91 5, 71-72 u.76-80).

Es war der aus Straßburg gebürtige Architekt Friedrich Stolberg, der die Harzer Höhlenforschung aus ihrem Schattendasein erweckte. Mit der Erforschung der Heimkehle begann 1919 die planmäßige Erkundung und Dokumentation der Südharzer Gipshöhlen (Stolberg 1984), denen sich später auch die Höhlen von Rübeland und Bad Grund anschlossen. Es waren zunächst ausnahmslos Laien, die sich dieser Pionierarbeit in Schlamm und Verbruch widmeten, wenn auch Stolberg geologische und archäologische Grundkenntnisse besaß und sein Vater Dr. August Stolberg, der wohl manchen Impuls gab, als Geograph und Teilnehmer an Grönlandexpeditionen wie auch als langjähriger Nordhäuser Museumsdirektor einen Namen hatte.

Die Ergebnisse der Forschungen im Südharz wurden 1926 in einem Sonderheft der Zeitschrift "Der Harz" niedergelegt, die erste neuere Monographie über die Höhlen des Harzer Gipskarsts (Stolberg 1926). Damit ist aus der Höhlenforschung im Harz, die sich auf Einzelobjekte bezog, eine Harzer Höhlenforschung geworden. Stolbergs Erfolge wurden vom Hauptverband deutscher Höhlenforscher durch die Ausrichtung einer Jahrestagung 1928 im Harz gewürdigt. Im unmittelbaren Anschluß an diese Tagung erfolgte die Gründung der "Gesellschaft für Höhlenforschung im Harzgebiet" mit Sitz in Nordhausen. Auf Mitglieder dieser Gesellschaft konnten sich in den folgenden Jahren Wissenschaftler wie der Berliner Geologe Walter Biese und der Hydrologe Hugo Haase stützen. Biese leistete Entscheidendes zur Theorie der Höhlenbildung, indem er die 1913 von Karl Gripp für die Gipshöhle im Segeberger Kalkberg entwickelte Theorie einer Höhlenbildung ausschließlich durch Lösungsvorgänge auf Südharzer Gipshöhlen übertrug (Biese 1931). 1934 emigrierte Walter Biese aus politischen Gründen.

Seit 1937 hatte die Gleichschaltung auch die Höhlenforschung erfaßt. Aus militärischen Erwägungen heraus wurden 1942 die maßgeblichen Höhlenforscher Großdeutschlands mit den Mitteln versehen, die seit 1923 auf Anregung Benno Wolfs (Theresienstadt 1944) bearbeiteten Höhlenkataster fertigzustellen. So entstand 1942 der Harzer Höhlenkataster als Dokumentation der Forschungsarbeit seit 1919. Er enthält Angaben und fast ausnahmslos auch PIäne von allen bis dahin erkundeten Höhlen. In organisatorisch modifizierter Form wird der Kataster durch die Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V. bis heute fortgeschrieben.

Die Entwicklung nach dem Kriege

Im Harz wurden alle heimatkundlichen Bemühungen durch die Zonengrenzziehung 1945 ebenso zweigeteilt wie das Gebirge selbst. In Nordhausen sammelte bald nach Kriegsende August Lieder, einer der ersten Höhlengefährten F. Stolbergs, Gleichgesinnte um sich. Daraus bildete sich 1951 unter der Leitung von Friedrich Schuster, ebenfalls seit 1932 Mitarbeiter Stolbergs, die "Fachgruppe Höhlenforschung" des "Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands". Weitere im Südharz tätige Gruppen entstanden z.B. 1968 in Nordhausen als Abspaltung aus der von Schuster sehr autoritär geführten Fachgruppe (Graf 1982) und 1976 in Sondershausen (Brust 1982). Schuster war von 1956 bis 1960 noch zweiter Stellvertreter des Vorsitzenden des "Verbandes deutscher Höhlen- und Karstforscher". Das Verbot von Westkontakten führte aber bald zum Einschlafen gegenseitiger Information; die letzten Reste wissenschaftlichen Austauschs beendete das sog. Hohlraumgesetz der DDR von 1985 (Reinboth 1986). Um die Höhlenforschung in der DDR kontrollierbar zu machen, wurde der Kulturbund alleiniger Träger der straff organisierten Höhlenforschung. Sämtliche Befahrungen mußten vom Rat des jeweiligen Kreises genehmigt sein und von geprüften "Befahrungsleitern" geleitet werden. Die Höhlenforschergruppen des DWBO (Deutscher Bund für Wandern, Bergsteigen und Orientierungslauf) wurden verboten. Demgegenüber war die Einrichtung eines Karstmuseums an der Heimkehle als zentrale Sammelstelle neuer Forschungsergebnisse, als Karstarchiv und als Publikationsorgan durchaus vorbildlich. Leider ist von diesem 1979 von R.Völker ins Leben gerufenen Forschungszentrum (Völker 1981: 37) seit der Wiedervereinigung nur noch das z.Z. unbenutzbare Archiv übriggeblieben.

Anders als im Westen war in der DDR die Tätigkeit der im Kulturbund tätigen Forscher und die akademische Forschung stark ineinander verzahnt. Insbesondere war der 1965 von Dieter Mucke und Werner Kockert gegründete "Studentenzirkel Speläologie" der Bergakademie Freiberg im Harzer Gipskarst streng wissenschaftlich engagiert (Tscheschlock & Kardel 1989, 11).

Im Westharz gab es zunächst gar keine organisierte Forschung, wenn auch seit 1947 der Verfasser mit oft wechselnden Begleitern systematisch im Südharz und am Iberg (hier vor allem mit Gerhard Laub) arbeitete und die Tradition der Stolberg-Ära weitertrug. Seit 1966 wurden einige Hamburger Oberschüler um Stephan Kempe zunächst in der Jettenhöhle bei Osterode tätig, beteiligten sich erfolgreich bei dem Wettbewerb "Jugend forscht" und machten sich um die Erhaltung des Hainholzes verdient. Am Buß- und Bettag 1969 schlossen sich die im westlichen Teil des Harzes tätigen Harzer und Hamburger Höhlenforscher anläßlich einer Arbeitstagung in Bad Segeberg als "Arbeitsgemeinschaft für niedersächsische Höhlen" zusammen, aus der am 24. November 1979 die "Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde in Niedersachsen e.V." entstand.

Die akademische Karstforschung nahm in Niedersachsen zunächst nur im Rahmen persönlicher Kontakte, später auch in Form konkreter Projekte die technische Hilfe und Ortskenntnis von Höhlenforschern in Anspruch. Davon profitierte die bisher oft als unwissenschaftlich belächelte Höhlenkunde ebenso wie karstkundliche Forschungen zunächst der Universität Göttingen, später auch Clausthal, Hamburg und Darmstadt. Einige Erträge dieser Untersuchungen wurden im Rahmen einer Jahrestagung des Verbandes deutscher Höhlen- und Karstforscher 1968 in Osterode als Tagungsband vorgelegt (Herrmann & Pfeiffer 1969). Nach dem Geologischen und dem Geographischen Institut der Universität Göttingen wurde infolge personeller Verbindungen auch das Geologische Institut der Universität Hamburg mit regelmäßigen Exkursionen im Südharz tätig.

1989 brachte die Revolution in der DDR das Ende der Teilung des Harzes. Damit zerbrach allerdings auch der Kulturbund und die bisherige Organisation der Höhlenforschung im Ostteil Deutschlands. Mit der Gründung der "Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V.", in welcher die bisherige "Arbeitgemeinschaft für Karstkunde in Niedersachsen e.V" und die örtlichen Fachgruppen des früheren Kulturbundes aufgingen, erstand am 22. September 1990 in Bad Sachsa-Neuhof nach über vier Jahrzehnten wieder eine den ganzen Harz umfassende Vereinigung Harzer Höhlen- und Karstforscher.

3. Zur Erforschung der Flora und Höhlenfauna des Südharzkarstes

Die floristische Erforschung der botanisch reichen Südharzer Zechsteingebiete Iäßt sich noch weiter zurückverfolgen als die höhlenkundliche, wobei die älteren Botaniker im Hauptberuf durchweg Ärzte, die jüngeren vielfach Lehrer waren. Der floristische Reichtum der Gipslandschaften brachte es mit sich, daß Nordhausen bis in die Gegenwart eine Hochburg namhafter Liebhaberbotaniker war. Eine umfassende Darlegung der Erforschungsgeschichte der Südharzflora und -fauna sprengt den Rahmen dieses aus karstkundlicher Sicht entstandenen Überblicks. Zudem liegt neben Einzeluntersuchungen (z.B. Wein 1927) eine auf den Südharzraum bezogene, gründlich recherchierte aktuelle Geschichte der botanischen Forschung im Südharz vom 16. Jahrhundert bis zur Cegenwart vor (Kellner 1978 1980), auf die hier verwiesen sei.

Die 1588 posthum veröffentlichte "Hercynia" des Nordhäuser Stadtarztes Johannes Thal (1542-1583) ist die erste Flora des Harzes überhaupt; sie bezog auch das südliche Vorland ein (Kellner 1978. 47- 49. Schröter 1988). Neben zahlreichen Erstnennungen geht auch die Feststellung des Kriechenden Gipskrauts (Cypsophila repens) am Sachsenstein und Kranichstein auf Thal zurück (Schröter 1991, 110). Wenig später, um 1616, wird auch der Nordhäuser Ratsherr Johann Ludwig Fürer (1576-1626) als "curieuser botanicus" genannt (Behrens 1703, 29). Fürer korrespondierte auf An reg u ng des Nordhäuser Stadtarztes Johannes Oswald mit dessen Lehrer Caspar Bauhin in Basel, einem der führenden Botaniker seiner Zeit. u.a. über die Fundstelle der Gypsophila repens 2 am Sachsensteinz (Wein 1927, 40. 42). Die gründliche Archivarbeit von Carl Riemenschneider (1858-1918) über die Korrespondenz Oswalds und Fürers mit Bauhin wertete K. Wein (Wein 1927) aus.

Auch der durch die schon gewürdigte "Hercynia curiosa" bekannte G. H. Behrens plante die Zusammenstellung einer Harzflora. die er aber nicht mehr vollendete (Behrens 1703. 87,142). Von bedeutenden älteren Botanikern, die sich mit dem Südharzvorland beschäftigten, seien hier noch der zeitweise in Göttingen tätige Albrecht v. Haller (1708-1777) und vor allem der Nordhäuser Arzt Karl Friedrich Wilhelm Wallroth (1792-1857) und der bedeutende Algenforscher Traugott Kützing genannt (1807-1893) (Schröter 1991).

1876 kam es zur Gründung eines Naturwissenschaftlichen Vereins in Nordhausen, der sich die Zusammenstellung eines Pflanzenverzeichnisses zum Ziel setzte. Adolf Vocke (1821- 1901) und Johann Carl Angelrodt (1845 - 1913) legten das Resultat dieser Bemühungen in einer "Flora von Nordhausen und der weiteren Umgebung" (Vocke & Angelrodt 1886) vor (Kellner1980, 31). Ein weiterer regionaler botanischer Verein für Nordthüringen war die 1880 gegründte Irmischia, benannt nach Thilo Irmisch (1816-1879) (Schröter 1988, 72; 1891, 111).

1889 promovierte Arthur Petry in Halle über die Vegetationsverhältnisse des Kyffhäusers unter besonderer Berücksichtigung seines geologischen Aufbaus (Petry 1889; Kellner 1980, 37). In die damit beginnende Reihe umfassender Biotopbeschreibungen, die über die Aufzählung von Fundorten hinausgehen, gehört auch "Die Pflanzenwelt der Erdfälle des West- und Südharzvorlandes" von Kurt Wein (1883-1968) (Wein 1955), eine von außerordentlicher Ortskenntnis geprägte Arbeit über eines der signifikantesten Biotope des Südharzkarsts. Erst in neueren Spezialarbeiten über die Flora auf Gipsstandorten wird ausdrücklich auf den Naturschutz Bezug genommen (Schönfelder1978).

Die Zoologie der Höhlen war vor dem Kriege durchaus ein Schwerpunkt speläologischer Forschung; im Harz gingen ihr jedoch mangels eines einheimischen Spezialisten nur einige auswärtige Fachleute sporadisch nach, so der Bonner Rektor Franz Lengersdorf (Lengersdorf 1930, 1932) auf Anregung von Benno Wolf als Verfasser des "Ani malium Cavernarum Catalogus" sowie C. Willmann, der die Milbenfunde Lengersdorfs bearbeitete (Willmann 1932).

Eine systematische Erfassung der Harzer Höhlentiere erfolgte erst während des Krieges durch den Zoologen Heinrich Mühlmann (Mühlmann 1943), der dazu auch Wolfs "Catalogus" auswertete. Das Interesse an der unauffälligen Tierwelt der Harzer Höhlen beschränkt sich auch heute auf wenige Spezialisten, wobei methodische Fortschritte wie die Entwicklung der Barberfalle derartige Untersuchungen heute wesentlich erleichtern (Messner et al. 1978, 1).

4. Landschaftszerstörung und Naturschutz

Seit dem Mittelalter wird der Südharzer Gips als Baustoff gewonnen und in Meilern und kleinen Schachtöfen als Mörtel gebrannt. Landschaftsverändernd wirkten sich jedoch erst die Steinbrüche der sich im 19. Jahrhundert stürmisch entwickelnden Gipsindustrie aus. Am Kohnstein, früher einer der schönsten Komplexe des Südharzvorlandes und beliebtes Ausflugsziel, begann 1917 mit dem Anhydritabbau durch das Ammoniakwerk Merseburg eine andere Dimension des Gips- bzw. Anhydritabbaus. Irgendwelche Bemühungen um eine Steuerung der Landschaftszerstörung hat es hier nie gegeben. Schon 1920 wurden hier werktäglich fast 700 Tonnen Anhydrit abgefahren; was sich bis 1928 noch verfünffachte. Erst als 1923 in Questenberg am Südfuß der berühmten Queste die ersten Sprengschüsse der "Gewerkschaft Felsberg" knallten - das Ammoniakwerk Merseburg hatte auch hier zeitweise Interesse gezeigt - retteten mutige Männer in letzter Stunde dieses stillschöne Tal und das uralte Heiligtum der Queste vor dem Untergang gegen den Widerstand vieler Questenberger (Wirth 1926, 9-11).

Leider blieb diese Rettungstat ein Einzelfall. Seitdem entstanden neben lokalen Steinbrüchen riesige Abbauwände bei Osterode, bei Scharzfeld (Dolomit), am Trogstein, bei Ellrich und bei Rottleberode. 1953 wurde die Sachsensteinhöhle für den Gipsabbau freigegeben, obgleich sie als Naturdenkmalgeschützt war. Ihre Löschung aus dem Naturdenkmalbuch des damaligen Kreises Blankenburg war einer der unheilvollen Präzedenzfälle, bei denen die Industrie mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung erfolgreich gegen den Naturschutz operierte. Empörend ist weniger die Tatsache der Löschung aus dem Naturdenkmalbuch - es gab durchaus Zwänge, dem Gipswerk Sachsenstein die Rohstoffbasis zu erhalten - , vielmehr zeigt die Begründung, die Höhle sei keine Besonderheit und es sei ja auch noch die Einhornhöhle vorhanden, eine von jeder Sachkenntnis ungetrübte Gleichgültigkeit der damligen Vertreter des Naturschutzes.

Daran änderte sich auch später zunächst nicht viel. Die rechtzeitige Rettung des einzigartigen Trogsteingebietes mit Bachschwinden, den größten Südharzer Flußhöhlen, großen Erdfällen und Erdfallseen und einer bemerkenswerten Flora mit autochthonen Eibenbeständen wäre noch möglich gewesen, wenn im Landkreis Osterde 1954 schon die (nicht zuletzt durch die ublikationstätigkeit von Höhlenforschern beeinflußten) politischen Aspekte wie bei der Sicherung des Hainholz geherrscht hätten. Ein ausführlich begründeter Antrag von F. Stolberg lag 1954 der Unteren Naturschutzbehörde vor, wurde aber nicht weiterverfolgt (Reinboth 1983). Gegen spätere Schutzbemühungen, z.B. am Lichtenstein wurde vielfach auf das Hainholz verwiesen, das ja alle typischen Merkmale Gipskarsts beispielhaft vereine. Die ohne hinreichende Sachkenntnis zu Lasten anderer schützenswerter Gebiete immer wieder ausgespielten Argumente hat sich als Bumerang erwiesen.

Die zunehmenden Gebietsansprüche der Gipsindustrie haben im niedersächsischen Teil des Südharzes dazu geführt, neben der recht industriefreundlichen Gutachtertätigkeit von Mitarbeitern der geologischen Landesbehörde auch Hochschulinstitute mit Gutachten für die Raumordnunplanung zu beauftragen (Bierhals et al. 1975, Oldendorf & Schwarz 1977). Als orts- und sachkundige Berater wurden dazu auch Höhlenforscher herangezogen.

Die Landschaftszerstörung durch Gipsabbau hat sich aber seitdem nicht etwa reduziert. Nach dem Fall der Grenze waren die Rohstoffsicherungsabteilungen der großen Gipsunternehmen wie Knauf, Heidelberger Zement, Wildgruber usw. wesentlich schneller als die Naturschutzbehörden und sicherten sich in den neuen Ländern ihre bisher unberührten Claims. In Thüringen sind infolge des dort gültigen Bergrechts einige der wertvollsten und schönsten Gebiete besonders gefährdet wie die Rüdigsdorfer Schweiz, andere bereits vernichtet wie die Hohe Schleife mit der Kunzenhöhle und Teile des Himmelbergs. In Niedersachsen hatte die Gipsindustrie vom Hainholz und wenigen hart umkämpften Ausnahmen abgesehen schon vorher alle abbauwürdigen Gebiete rechtzeitig unter sich aufgeteilt.

Sind diese Gebiete als Geotop weitgehend verloren, so wirft in den als Forschungsraum verbliebenen Naturschutzgebieten die zunehmend strenge Handhabung des (in den fast durchweg forstwirtschaftlich genutzten Wäldern übrigens ziemlich unsinnigen) Wegegebotes bisher unerwartete Probleme auf, denn zu Höhlen und sonstigen Karsterscheinungen führen natürlich keine Forstwirtschaftswege. Unter solchen forschungsfeindlichen Reglementierungen ist die mit großen Hoffnungen ins Leben gerufene "Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz" als wissenschaftlicher Verein auf Dauer nicht lebensfähig. Einerseits seit Jahren durch den zunehmenden Landschaftsverbrauch der Gipsindustrie und durch die erhebliche touristische Belastung einiger Höhlen immer mehr in die Rolle einer Umweltschutzorganisation gedrängt, offenbart anderseits die wachsende Mitgliederzahl den fatalen Sog eines modischen Massen-Freizeitsports. Es muß auch angesichts der gesellschaftlichen Gesamtentwicklung vieles geschehen, um die große Tradition der heimatkundlichen Laienforschung weiterhin zu wahren und zu fördern. Der inzwischen durch drei Bundesländer ausgewiesene Karstwanderweg zeigt dazu eine positive Initiative auf.

5. Schrifttum zur Erforschungsgeschichte des Südharzkarstes

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Kuhlbrodt, Peter, 1990: Die Kelle - das älteste Naturdenkmal im Kreis Nordhausen.- Beitr. z. Heimatkd. 15, 1-7, Nordhausen

Lommatzsch, Herbert, 1968: Erstberichte über Höhlen am Südwestrande des Harzes.- Heimat-Kalender des Kreises Osterode 1968, 22-24

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Rein, Siegfried, 1993: Friedrich Christian Lesser (1692-1754), Pastor, Physicotheologe und Polyhistor.- Schriftenreihe der Friedrich-Christian Lesser-Stiftung 1, o. O. [München]

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Reinboth, Fritz, 1982: Beispiele alter Höhlenpläne aus dem Harz bis 1850.- Mitt. des Verbandes deutscher Höhlen- u. Karstforscher 28, 13-16, München

Reinboth, Fritz, 1983 a: Aus der Erforschungsgeschichte der Großen Trogsteinhöhle.- Mitt. ArGeKN 3/83, 11-16.-Osterode

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Reinboth, Fritz, 1996 a: Zur Geschichte der Höhlenforschung im Harz.- Karst und Höhle 1994/95, 63-80, München

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5.2 Zitiertes Schrifttum über den Südharzkarst

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Behrens, Georg Henning, 1703: Hercynia curiosa oder curiöser Hartz Wald.- Nordhausen (Neudruck Nordhausen 1899)

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Anschrift des Verfassers:

Dipl.-Ing. (FH) Fritz Reinboth
Theodor-Francke-Weg 52
D-38116 Braunschweig
 


1 Frdl. Hinweis von Herrn Dr.W.Gresky , Göttingen

2 Cypsophila repens ist inzwischen durch Aufforstungen vollkommen an die Steilwand des Sachsensteins zurückgedrängt. Ludwig Richter zeichnete 1832 den Sachsenstein noch als völlig kahl.