Auf den Spuren der Einhörner im Südharz

Mit der Deutschen Bahn zur sagenumwobenen Einhornhöhle

Wanderung vom Bahnhof Scharzfeld zur Einhornhöhle


Wussten Sie, dass die ersten nachweisbaren Harzer - es waren Neandertaler - vor 100.000 Jahren in der Einhornhöhle nahe dem Herzberger Ortsteil Scharzfeld lebten?

Im Verlauf von Jahrmillionen wurden in der sagenumwitterten Einhornhöhle durch kohlensäurehaltiges Sickerwasser Hohlräume in das Dolomitgestein gewaschen, die sich heute als Hallen und Gänge eines Höhlensystems von über 500 m Länge darstellen.

Unsere Wanderung ist leicht zu bewältigen. Sie startet am Bahnhof Scharzfeld, der aus Richtung Göttingen, Braunschweig und Nordhausen mit der Deutschen Bahn gut zu erreichen ist. Die direkte Entfernung vom Bahnhof zur Einhornhöhle beträgt ca. 2 km. Der beschriebene Rückweg über Waldspielplatz, Waldschwimmbad und Steinkirche ist ca. 5 km lang.

Schräg gegenüber dem Bahnhof Scharzfeld - am Hotel Thiele - folgen wir der Straße "Hasenwinkel" geradeaus bis zum Waldrand, bis sie sich gabelt. Dort halten wir uns rechts und erreichen den Wanderweg 13 J, gelbes Dreieck. Dieser verläuft im idyllischen Goldborn-Tal links des Baches "Goldborn". In der scharfen Linkskehre zur Einhornhöhle besteht die Möglichkeit, rechts in einem ca. 1 km langen Abstecher steil zur Ruine der einstigen Reichsburg Scharzfels aufzusteigen. Sie wurde 1131 urkundlich erwähnt und im Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763) zerstört.

Zurück am Hauptweg, der Linkskehre folgend, erreichen wir nach einem kurzen Anstieg den Eingang zur Einhornhöhle. Im Mittelalter glaubte man, hier Knochen des sagenhaften Einhorns gefunden zu haben. Heute wissen wir, dass die Höhle Heimstatt von Höhlenbären, Höhlenlöwen und anderen ausgestorbenen Tierarten gewesen ist, die im Südharz vor und während der letzten Eiszeit beheimatet waren. Wissenschaftliche Grabungen ergaben, dass die Einhornhöhle bereits vor 100.000 Jahren über lange Zeiten von Neandertalern aufgesucht wurde.

Von der Einhornhöhle aus kann der direkte Rückweg benutzt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, mit dem Rundweg blaues Dreieck 13 H den Waldspielplatz, das Waldschwimmbad (hier und in der Gaststätte "Zum Blockhaus" des angrenzenden Campingplatzes besteht die Möglichkeit zur Einkehr) und im Anschluss die Steinkirche zu erwandern. Die Steinkirche ist - genau wie die Einhornhöhle - ein natürlicher Hohlraum im Dolomit des Zechsteins. Auch in ihrer Nähe weisen archäologische Funde eine altsteinzeitliche Besiedlung nach. Im 15./16. Jh. wurde die Steinkirche als Kapelle erwähnt. Ein in den Fels geschlagenes Taufbecken und ein Altar sind Zeugen dieser Zeit.

Zurück zum Bahnhof gelangen wir auf direktem Weg durch den Ort Scharzfeld, wo sich mehrere Einkehrmöglichkeiten an der "Harzstraße" anbieten. Das bekannteste Traditionshotel der Einhornhöhle ist das Hotel Thiele am ehem. Bahnhof Scharzfeld, wo schon Hermann Löns während seiner Besuche der Einhornhöhle abstieg.