Dünaer Rötzelpfad (ca.4,5 km)
Triften und Dreifelderwirtschaft

Bis ins 19. Jahrhundert war die traditionelle Form der Landbewirtschaftung die Dreifelderwirtschaft mit dem dreijährigen Turnus aus Winterfrucht - Sommerfrucht - Brache. Vorrangig wurde Getreide angebaut. Wegen fehlender Erschließung der Äcker durch Wege erfolgte die Feldbestellung jeweils in gleicher Form zu festen Zeiten. Dies wird als "Flurzwang" bezeichnet. Das Brachejahr diente zur Regeneration der Bodenfruchtbarkeit. Zusätzlich wurden die Brachflächen beweidet und somit auch gedüngt.

Neben der Waldweide waren die abgeernteten und die Brachflächen Futtergrundlage fürs Weidevieh. Zum Schutz vor Schäden an den Getreidefeldern waren entlang der Wege Hecken angelegt. Diese bestanden u.a. aus Weißdorn Feldahorn, Hainbuche, Wildrosen. Es entstanden die sogenannten Viehtriften, häufig in Kombination mit Verbindungswegen zu Nachbarorten. Das durchzutreibende Weidevieh, vornehmlich die Ziegen, hielt die Hecken durch den ständigen Verbiss in einer Größe von ca. 100 bis 150 cm.

Im Ausschnitt der Kurhannoverschen Landesaufnahme (1785) wird mit den eingezeichneten Signaturen auf diese Formen der Landbewirtschaftung hingewiesen. Die Feldahornbäume, die infolge ihres langsamen Wuchses ein sehr hohes Alter aufweisen, stellen einen Überrest aus der alten Dreifelderwirtschaft dar. Sie können als ehemaliger Bestandteil einer schon zu damaliger Zeit wegbegleitenden Hecke entlang der Viehtrift zwischen Düna und dem Höhenzug Rötzel angesehen werden.