Eisensteinlehrpfad Lerbach

Mühlenberger Tiefer Stollen

Der Stollen hatte eine Länge von 484 m und war in Betrieb v. 1636 -1861.
Besitzer waren Heine, Müller, Schubert und Kratsch.

Das Mundloch befindet sich am Fuße des Schwarzenberges, gegenüber dem Schützenhaus. Auf dem Wasserlösungsstollen hat die Lerbacher Heimatstube eine Lore aufgestellt.

Aus der Zeit, als die Gruben noch in Betrieb waren, gibt es viele Geschichten. Eine davon, welche zur Grube Mühlenberg gehört, soll hier erzählt werden:

Die Grubenbesitzer in Lerbach litten zu allen Zeiten unter großer wirtschaftlicher Not. So betreffen denn auch die meisten Schreiben an das Oberbergamt in Clausthal die Bitte um höheren Langerlohn.
Nach dem Tode des Besitzers Heinrich Heine 1749 geht die Grube an seine Frau und Kinder über. Seine Frau führt die Grube mit den Kindern weiter und nennt sich 1753 "Steigerin vom Mühlenberge". Ihr Mann hat ihr 50 Fuder Eisenstein Schuld hinterlassen und der Geschworene Rose ist sehr hart zu ihr. An machen Lohn Tagen (alle 14 Tage) bekommt sie nicht einen Pfennig. Sie bittet um etwas Geduld mit ihr, denn sie wisse nicht wie sie die Arbeitsleute bezahlen soll. Die Witwe Anna Elisabeth Heine ist immerhin im 66 Lebensjahr und muss noch mitarbeiten! Für uns heute nicht vorstellbar. Wer einmal unter Tage in einer der Lerbacher Gruben gewesen ist, weiß, was damals bei der schlechten Ernährung geleistet wurde.
 

Auf dem Bild sind die "Grevierfelder" der Muthungen Juno, Helios und Merkur zu sehen.
Der Ort Lerbach war in solche Felder aufgeteilt worden. Der Bergmann konnte beim
Oberbergamt in Clausthal in diesen Grevierfeldern seine Grube muthen.

Text: © Frank Koch: Wanderführer entlang der Lerbacher Eisensteingruben