Eisensteinlehrpfad Lerbach

Südlicher u. Nördlicher Stollen Lementhal

Der südliche Stollen hatte eine Länge von 50 m, der nördliche eine von 44 m.
Die Besitzer waren Heinrich Friedrich Müller und Johann Ebeling.
In Betrieb waren die Gruben 1755 - 1792.

Im Jahre 1755 hat die alte Grube 3 Lichtlöcher. In diesem Jahr nimmt der Bergmann Johann Ebeling die Arbeit in der Grube auf. 1783 bittet er, dass man bei seinem Langerlohn zulegen möchte, da er sonst nicht zurecht komme.

Alle Eisensteingruben wurden auf dem Wege der sogenannten -Eigenlehnerschaft- von Privatleuten betrieben, die größten Teils damit belehnt waren und "Eigenlöhner" genannt wurden.
Der Bergbau stand unter der Direktion von Clausthal, dem Oberbergamt.
Alle 14 Tage erhielten die Eigenlöhner ihren Langerlohn, obwohl der in dieser Zeit geförderte Eisenstein nicht immer gleich abgefahren wurde.
Es kam vor, dass der Eisenstein ein ganzes Jahr auf der Halde liegen blieb. Nur weil die Bergleute trotzdem ihren Langerlohn bekamen, konnten sie überleben. Als sie im Jahre 1864 durch Änderung des Gesetzes Eigentümer der Gruben wurden, kam der Bergbau in den kleinen Gruben schlagartig zum erliegen.

Am 2. August 1778 schreibt der damalige Besitzer der Grube Lehmenthal:
Auf seiner Grube sei er auf einen tauben Stoß gestoßen und er müsse auf der Stollensohle 6 Lachter lang durch Taube Mittel (Gestein ohne Eisenerz) fahren (in einer Grube sagt man für fortbewegen, fahren). Damit würde er einen Durchschlag von 4 Lachter (ca. 8m) hoch schaffen. Er bittet daher um einen Vorschuss von 50 Th. Außerdem bittet er um eine Zulage für jedes Fuder Eisenstein, da das Gestein von starker Festigkeit sei.

Am 13. September schreibt er:
Wenn er die 50 Th. Vorschuss erhalten würde und sein Sohn diese aus seinen Vermögen zurückzahlen müsste, wäre das eine große Last. Auf der Sohle habe sich guter Eisenstein anbrüchig gezeigt. Der jetzige Langerlohn für seinen Sohn sei nicht ausreichend und er bitte um eine Zulage von 6 Groschen.
 

Verleihungsurkunde einer Muthung im Grevierfeld "Apollo" 1868

Text: © Frank Koch: Wanderführer entlang der Lerbacher Eisensteingruben