Hördener Pfad (ca.4,3 km)
Die Bedeutung von Streuobst

Der angrenzende Streuobstbestand des Spahnbergs ist in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts angelegt worden. Die mehr als 50 Altbäume waren infolge der nicht regelmäßig durchgeführten Schnittpflege bis 1994 "vergreist", also völlig verwachsen. Mit Fördermitteln im Rahmen des Naturschutzprojekts sind seitdem der Zustand der Obstbäume und die Sorten erfasst, und es ist eine fachgerechte Pflege durchgeführt worden. Durch Pflanzung von in der Region vorkommenden Sorten wurde der Bestand verjüngt.


Teilaspekt des Streuobstbestandes am südl. Spahnberg,
die Bäume waren über Jahre ungepflegt

Der früher landesweit verbreitete Obstanbau geht auf staatliche Verordnungen im 17. Jahrhundert zurück. Damals waren neben dem Obstertrag die Ernte von Futter bzw. Einstreumaterial oder ein Beweiden von Bedeutung. Die meist als Hochstamm gepflanzten Obstbäume prägen das Landschaftsbild durch ihren hohen Wuchs und Blühaspekt.

Der im 20. Jahrhundert aufkommende arbeitswirtschaftlich günstigere Obstanbau in maschinengerechten Plantagen verdrängte jedoch zunehmend den wesentlich mühevolleren Streuobstanbau mit großkronigen Obstbäumen. Der folgende Rückgang an Streuobstflächen bedeutete einen Verlust wertvoller Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

Heute werden die steilen Bereiche des Obstbestandes mit Schafen beweidet und anfallendes Obst vorwiegend zur Saftgewinnung genutzt. Der lichte Baumbestand auf wenig oder nicht gedüngtem Grünland bietet eine große Lebensraumvielfalt für Pflanzen, Insekten, Vögel und Säugetiere. Die Pflege und Ergänzung von Streuobstbäumen - auch alter Sorten - ist ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung unserer vielfältigen Kulturlandschaft.