Hördener Pfad (ca.4,3 km)
Windwurf im Naturschutzgebiet

In den Abendstunden des 29. Juni 1997 führte ein Orkan in den Wäldern des hiesigen Krückers und angrenzenden Hainholzes zu einem großflächigen Windwurf. Innerhalb von Minuten war die Hälfte des Waldes zerstört. Überwiegend 60 - 100-jährige Buchen wurden entwurzelt oder brachen unter dem Sturm ab.

Der Landkreis Osterode am Harz hat im Jahr nach dem Orkan Flächen des östlichen Krückers von der Forstgenossenschaft Hörden und bereits 1 Jahr zuvor das Hainholz von der Forstgenossenschaft Schwiegershausen gepachtet. Beide für den Naturschutz hochwertigen Waldbestände wurden auf 99 Jahre gepachtet.

Im Naturschutzgebiet entsteht seitdem auf ca. 95 ha ein Naturwald. Das vom Wind geworfene Holz verbleibt im Wald. Die großen Mengen an liegendem aber auch stehendem Totholz bilden die Grundlage für neues vielfältiges Leben. Besonders im Wald ist der Schutz von natürlichen Entwicklungsprozessen ein wichtiges Ziel des Naturschutzes.

Da nach dem Orkan vorübergehend mehr Licht den Waldboden erreichte, nahm die Zahl der Tier- und Pflanzenarten zu. Auch Wissenschaftler beobachten mit großem Interesse die Veränderungen in diesen Wäldern. Über natürliche Waldentwicklungsstadien hinweg wird hier nach Jahrzehnten wieder ein artenreicher Laubwald entstehen.
 

Totholz - Grundlage für neues Leben

Ganz oder teilweise abgestorbenes Holz dient sehr vielen Tierarten, aber auch Pflanzen, insbesondere Moosen und Flechten als Lebensstandort. Beispielsweise baut der Schwarzspecht in abgestorbenem Holz seine Bruthöhle. Viele Arten sind in ihrer Existenz an das Vorkommen von Totholz gebunden, z.B. als Bruthöhle (Schwarzspecht), Hohlraum - Wochenstube (Fledermäuse), zersetzendes Holz (Hirschkäfer, wovon die Larve ein mehrjähriges Entwicklungsstadium in faulendem Holz durchmacht) u.a.m.. Dabei werden die gleichen Wohnräume in der Folge von verschiedenen Arten genutzt, wie z.B. in den Röhren ehemaliger Holzwürmer sekundär Wildbienen- und Holzwespenarten nisten.


Meist vorübergehende Triebe von Eschenknospen (hier im 1. Jahr nach Windwurf)
in einem Bereich mehrere sich überlagernder Bäume

Am lang nach Norden abfallenden Trauf des Buntsandsteins - wie hier am Krüker - sammeln sich über tonig-wasserstauenden Gesteinen auf der Schichtgrenze über dem Hauptanhydrit Wässer und treten als Quellen hervor. Sie treten sogleich in den vergipsten Hauptanhydrit ein und führen dort zu intensiver und fortwährender Erdfallbildung.