Harz Panorama -
Blick auf 400 Millionen Jahre Erdgeschichte

Unser Standort nahe Bad Sachsa befindet sich im Übergangsbereich zwischen südlichem Harzvorland und Harzer Mittelgebirge. Sanft geformte Hügelketten und Täler prägen das Landschaftsbild dieser Region, während der Harznordrand durch die steil ansteigenden Berge, z.B. bei Bad Harzburg charakterisiert ist.

Die Bergkuppen werden in der Regel von harten verwitterungsresistenten Gesteinen gebildet: das sind Grauwacken (Steigerköpfe, Nesselkopf, Bocktalskopf, Schweinsrücken), Diabase (Gr. Staufenberg, Zachariaskopf, Knicking), Kieselschiefer (Stöberhai, Wagnerskopf) und besonders auffällig der Quarzporphyr (Ravensbers, Ratsberg).

Die anschließende geologische Karte (die auf der Fotografie zu sehenden Berge sind dort eingetragen) bildet die räumliche Verteilung der Gesteine vereinfacht ab. Deren heutige Anordnung ist das Ergebnis eines mehrphasigen, mehr als 400 Millionen Jahre andauernden Entwicklungsprozesses.


Erdaltertum
1.Von der Silur- bis in die ältere Karbonzeit (ca. 420 - 320 Millionen Jahre vor heute) wird in einem ausgedehnten Meeresbecken eine viele hundert Meter mächtige Abfolge von Tonsteinen, Kalken, untermeerischen Vulkangesteinen (Diabase, Alkalitrachyte), Kieselschiefern und Grauwacken (an Gesteinsbruchstücken reiche Sandsteine) abgelagert.
2.Im Verlauf der "variszischen" Gebirgsbildung, die sich direkt anschließt, wird die gesamte Ablagerungsabfolge zu einem Gebirge zusammengeschoben. Es entsteht der Harz mit dem typischen Falten-, Schuppen- und Deckenbau der verformten Gesteine.
3.An der Wende Karbon-/Permzeit vor ca. 290 Millionen Jahren dringen die zähflüssigen Magmen des Oker-, Brocken und Ramberg-Plutons in die gefalteten Gesteinsmassen ein.
4.Im weiteren Verlauf der älteren Permzeit ist der Harz einer tiefgründigen Verwitterung und Abtragung ausgesetzt. Lavamassen (Quarzporphyr) dringen bis an die Oberfläche vor.
Der Ravensberg ist der Rest eines solchen Vulkankegels, wie auch der Stauffenbüttel bei Steina. In der Nähe von Ilfeld entstehen Kohleflöze.
5.Das Zechsteinmeer lagert in der jüngeren Permzeit rings um den Harz zunächst den fossilen Kupferschiefer und nachfolgend eine Kalkstein-Gips-Salz-Abfolge ab. Die Gipsablagerungen bilden den markanten Karstgürtel am Südrand des Harzes.
Erdmittelalter:
6.In der Bundsandsteinzeit werden in einem wüstenähnlichen Klima Sand- und Tonsteine mit geringmächtigen Kalksteinbänken (Rogenstein) abgelagert (vor ca. 240 Millionen Jahren). Bis in die Kreidezeit hinein (ca. 90 Millionen Jahre vor heute) kommt und geht das Meer mehrfach und hinterlässt in Nordwestdeutschland eine bunte Abfolge von Ton-, Kalk- und Sandsteinen. Im Gebiet des Harzes werden von der Jüngeren Keuperzeit an (210 Millionen Jahre) vermutlich kaum Sedimente abgelagert, weil der Harz als Insel aus der Ablagerungszone herausragte.
7.In der Oberkreidezeit wird der Harz im Zuge von Großschollenbewegungen entlang tiefreichender Brüche erheblich aufwärts bewegt. Die Hebung beträgt am Nordrand mehr als 2 km, während das Harzer Grundgebirge hier am Südrand mit schwacher Neigung unter die Schichten des Zechsteins und des Erdmittelalters abtaucht.
Erdneuzeit:
8.Die jüngere Bedeckung des Harzes wird in der Tertiärzeit (Beginn vor 65 Millionen Jahren) vollständig abgetragen und das Grundgebirge erneut freigelegt.
9.Im Verlauf mehrerer Kaltzeiten werden Moränen, Flussterrassen und Löß abgelagert. Im Gegensatz zu jüngeren Gebirgen (Alpen) mit schroffen Felsformationen und extremen Höhenlagen ist das Harzgebirge mit seinen rundlichen Bergkuppen im Stadium einer fortgeschrittenen Abtragung.

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