Ein Superkontinent,
Vulkane, Äquatornähe -
Bad Sachsa vor 270 Millionen Jahren

Zur Zeit des Perms vor 250 bis 290 Millionen Jahren vereinigten sich zum ersten und einzigen Male alle Kontinente zu einem riesigen Kontinent, genannt Pangäa.

Bad Sachsa liegt zum Beginn des Perm fast am Äquator (siehe Karte). Weite Teile der Süd-Halbkugel werden von riesigen Eismassen bedeckt. In unserem Raum herrscht wechselfeuchtes bis sehr trockenes Klima. Am Südrand des Harzes, im Ilfelder Becken, werden durch Eisenverbindungen rot gefärbte Sedimente abgelagert (Rotliegendes). Der Ravensberg ist ein aktiver Vulkankegel.

Die Welt vor 250 Mill. Jahren

Die Erwärmung im weiteren Verlauf des Perm führt teilweise zur Abschmelzung der Eismassen und lässt die Meeresspiegel steigen. Es herrscht nun wüstenähnliches Klima im Gebiet von Bad Sachsa. Von Norden her kommt es zur Überflutung unseres Raumes durch das sogenannte Zechsteinmeer. Ein großes flaches nach Norden hin offenes, mit dem Weltmeer in Verbindung stehendes Binnenmeer ist entstanden. Die Zeit des Zechsteins hat begonnen. Spuren dieser Überflutung sind am Standort im aufgeschlossenen Profil zu sehen.

Zechsteinkalk
Kupferschiefer
Zechsteinkonglomerat

Verschiedene Gesteinsschichten               

Der untere gelblich-sandige Horizont ist ein bis zu 3 m mächtiges Brandungsgeröll des Zechsteinmeeres (Zechsteinkonglomerat), das durch die darüber liegenden Gesteinsmassen und Kalk verfestigt worden ist. Darüber liegt ein ca. 40 cm mächtiger schwarzer feingeschichteter Horizont, der Kupferschiefer. Diese Ablagerung ist ein Faulschlamm, der unter sauerstofffreien Bedingungen am Meeresboden in einem Zeitraum von ca. 50.000 Jahren abgelagert wurde. Im Zechsteinmeer herrschten während der Ablagerung ähnliche Bedingungen, wie sie heute im Schwarzen Meer zu finden sind. Die oberen Wasserschichten waren nährstoffreich und wiesen reiches Leben auf, in größerer Meerestiefe gab es sauerstofffreies Wasser mit lebensfeindlichen Bedingungen.

Absinkende Lebewesen wurden deshalb nicht zersetzt und blieben als Fossilien erhalten. Hier im Kupferschiefer wurden eine Vielzahl von versteinerten Pflanzen und Fischarten, wie z.B. Quastenflosser, Korallenfische und Haie bei Grabungen gefunden (siehe Abbildungen).


 
Pygopterus humbolti,
Raubfisch des
Kupferschiefermeeres
,
Größe 50 cm,
Fundort Bad Sachsa
(Sammlung Klopschar)

 
Platysomus striatus,
"Kugelfisch",
Kupferschiefermeer,
Größe 25 cm,
Fundort Bad Sachsa
(Sammlung Klopschar)

Nicht nur für Paläontologen ist der Kupferschiefer hochinteressant, er wurde schon im 12. Jahrhundert bergmännisch wegen seines Gehaltes an Kupfer (2 - 3%), Blei, Zink und auch Silber abgebaut, im Raum Mansfeld / Eisleben bis 1990.

Der dem Kupferschiefer aufliegende helle Horizont ist der Zechsteinkalk.
Das trockene heiße Klima hat zunehmend das Zechsteinmeer verdunsten lassen, dadurch wurde der Zechsteinkalk ausgefällt. Stellenweise erreicht er eine Mächtigkeit von bis zu 15 m. Über den Zechsteinkalk wurden noch, durch weitere Verdunstung, Dolomite, Gipse (Werra-Anhydrit) und Steinsalze abgelagert, die hier an diesem Profil nicht zu sehen sind. Im Süden sind die mächtig anstehenden Gipse als "weiße Wand" zu sehen.

Überblick über die Erdzeitalter und Entwicklung des Lebens auf der Erde

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