Schwiegershäuser Pfad (ca.2,2 km)
Naturnahe Wiederbewaldung

Die Landschaft dieses Raumes war etwa bis ins 13. Jahrhundert von Natur aus mit Laubbäumen bestanden. Nach Ende der großen Rodungsphase wurden die Flächen in der näheren Umgebung vorwiegend als Grünland genutzt.

Die Bewirtschaftung der steilen Grünlandflächen erfolgte in mühevoller Handarbeit, um hier Winterfutter zu gewinnen oder die Flächen zu beweiden. Die ungedüngten, nährstoffarmen Flächen zeichneten sich jedoch durch eine reiche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten aus. In Schwiegershausen wurde dieser Bereich wegen des Blütenreichtums auch Goldberg genannt.

Die seit Mitte des 20. Jahrhunderts zunehmende Mechanisierung ließ steile und damit maschinell nicht bewirtschaftbare Grünlandflächen für die Landwirtschaft uninteressant werden. Viele solcher Flächen wurden daher mit Fichten aufgeforstet, weil es hierzu teilweise eine öffentliche Förderung gab.

Fichtenkulturen führen u. a. zu starker Beschattung und zu dichter Nadelstreuauflage, in der Pflanzen und Tiere kaum Lebensraum finden. Langfristig entsteht hier wieder ein standortgerechter Laubwald. Teilflächen wurden entsprechend aufgeforstet, andere Flächen wurden sich selbst überlassen. Der Prozess der natürlichen Selbstbewaldung geht einher mit abwechslungsreichen Stadien für viele und teilweise seltene Tier- und Pflanzenarten.

Die Fichte ist keine für diesen Standort heimische Baumart, d.h. sie wurde vom Menschen hier gepflanzt und käme von Natur aus hier nicht vor. Diese fehlende Anpassung an den Standort begünstigt das Auftreten von Krankheiten. Das Bild zeigt aufgestapelte, im Kern mit Rotfäule befallene Fichtenhölzer.