Wasserpfad (ca.2,5 km)
Wiedervernässung in der Beiersteinsenke

Zwischen Waldbäumen am Südwesthang des Beiersteins sind vereinzelt Felswände aus Gips erkennbar. Sie sind Teil der Abbruchkante eines Gipsfelsmassivs. Die davor liegende Beiersteinsenke entstand vor ca. 4000 Jahren durch Einbruch eines überdurchschnittlich großen Erdfalls.


Teil der Beiersteinsenke. Nach Wiedervernässung ab 1999 breitet sich der Schilfgürtel weiter aus

Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde die Beiersteinsenke traditionell zur Gewinnung von Heu bzw. Einstreu fürs Weidevieh genutzt. Die im Verkopplungsverfahren von Schwiegershausen gegen Ende des 19. Jahrhunderts angelegten Entwässerungsgräben verbesserten die Nutzbarkeit des feuchten Grünlands. Trotzdem verblieb im Bereich Beiersteinsenke eine hohe Bodenfeuchtigkeit. Das Grünland wurde mit der Sense gemäht. Das "saure Heu" mit Sauergräsern wie Seggen und Binsen war seinerzeit ein gefragtes Futter z.B. für die Pferdebestände des ehemaligen Reichsheeres. In Wulften gab es eine eigens dafür eingerichtete Sammelstelle.

Die zunehmende Mechanisierung und Rationalisierung in der Landwirtschaft etwa ab der Mitte des 20. Jahrhunderts ließ diese Flächen wirtschaftlich uninteressant werden. In der Folge breiteten sich typische Feuchtpflanzen stärker aus.

Durch verschiedene Gewässerrenaturierungen des Landkreis Osterode am Harz im Zuge des Naturschutzgroßprojektes stieg die Bodenfeuchte wieder an. Dies beeinträchtigte zwar die landwirtschaftliche Nutzbarkeit, gleichzeitig aber hat sich die Biotopqualität in der Beiersteinsenke deutlich verbessert. Möglicherweise werden sich der Weißstorch und weitere seltene Arten wieder ansiedeln.