Gästebuch vom Karstwanderweg Südharz
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63 » Michael Schmitz
Der Karstweg - der längste Wanderweg im Harz. Mit Kreisen, Abstechern und Sonderwegen kommt er auf 239 Kilometer! Die Hauptstrecke am Harzrand entlang von Pölsfeld nach Bad Grund sind etwa 180 Kilometer. Diese Distanz wandere ich in zwei Teilen: Pölsfeld-Walkenried und Walkenried-Bad Grund. Hier nun der erste Teil.

Film zum Karstweg Teil 1:
https://youtu.be/-F_64Drpea4

Gesamtstrecke: https://www.komoot.de/tour/529333239
1. Etappe: https://www.komoot.de/tour/517752975
2. Etappe: https://www.komoot.de/tour/519027040
3. Etappe: https://www.komoot.de/tour/521547213
4. Etappe: https://www.komoot.de/tour/521990184

Weitere Infos: www.karstwanderweg.de

Empfehlung:
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Mehr Infos zum Buch: https://harz.soziales4u.de
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62 » Andreas Wilczek
Nach acht wundervollen Wandertagen zwischen Osterode und Sangerhausen möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken, dass es den Karstwanderweg gibt!

Im einzelnen finde ich zunächst einmal den Wegeverlauf toll: Der Weg führt an allen landschaftlichen Schönheiten und Besonderheiten vorbei, so dass es nie langweilig wird. Außerdem wurden Wanderstrecken entlang von befahrenen Straßen weitgehend vermieden.

Dann habe ich eine sehr gute Ausschilderung erlebt, bei der man fast ohne Karte auskommt. Allerdings brauchte man bei einigen Schildern an Wegekreuzen oder Abzweigungen ein gutes Abstraktionsvermögen.

Ein weiterer Pluspunkt sind die vielen Infotafeln, auf denen in Wort und Bild die Landschaft erklärt wird. Für mich als Landschaftsökologen eine tolle Sache.

Nicht recht verstanden habe ich, dass die Wahl des Start- bzw. Endpunktes auf Pölsfeld gefallen ist und nicht zum Beispiel auf Sangerhausen mit seiner schönen Altstadt. Nach Pölsfeld kommt man schlecht hin und auch nicht so gut wieder weg. Außerdem gibt es dort keine Übernachtungsmöglichkeit.

Alles in allem würde ich aber eine 2 plus vergeben!

61 » Andrea Becker aus Hannover
Meine Freundin und ich sind 3 Etappen vom südl. Karstwanderweg im August gelaufen. Gestartet sind wir in Osterode am Mittag bis nach Herzberg. Erst haben wir uns verlaufen, weil wir mit der Beschilderung noch nicht so klar kamen (man muss den Rundweg vom Streckenweg gut unterscheiden) oder weil wir zu viel gequatscht haben und nicht auf die Zeichen geachtet haben. Aber das war eigentlich auch egal, weil die Strecke wunderschön war. Gegen Abend waren wir immer noch eine Stunde vom Ziel in Herzberg entfernt. Das Café Eulenhof am Weg hatte eigentlich zu, aber Jost, der super nette Inhaber, bot uns Kaffee, ein alkoholfreies Bier und eine Scheibe vom frischen Brot an - unglaublich! Am nächsten Tag ging es von Herzberg nach Steina bzw. Bad Sachsa. Da es zwischendrin keine Einkehrmöglichkeit gibt, waren wir über die mitgenommenen Nüsse sehr froh. In Steina fragten wir einen an uns vorbeigehenden Dorfbewohner, ob wir unsere Wasserflaschen auffüllen könnten. Er nahm uns gleich mit zur Jahreshauptversammlung vom Sportverein, wo wir eine große Auswahl von gekühlten Getränken hatten. Auf dieser Etappe haben wir den Fehler gemacht, ein Hotel am östlichen Rand von Bad Sachsa reserviert zu haben. Uns fielen die zusätzlichen 3 km Asphaltstraße, leicht bergauf, echt schwer. Zum Glück gab's im Hotel ein Bier, die Pizza mussten wir dann per Lieferservice kommen lassen, weil wir schlichtweg zu weit außerhalb vom Ortskern waren. Den letzten Tag sind wir bis Nordhausen gewandert. Auf gut 1 km Länge ist der Weg nicht mehr vorhanden und wir mussten durchs Unterholz. Kompass und Wanderkarte bestärkten uns in der Richtung.
Alles in allem war es eine wunderbare Tour. Die Zeitangaben für die Strecke empfinde ich als zu knapp. Mein Gehtempo ist okay, aber mit dem durchschnittlichen Tempo von 4 km pro Stunde komme ich bei den vorhandenen Höhenunterschieden nicht hin. Wir haben so nette Menschen getroffen. In jedem Fall werden wir nächstes Jahr weiterwandern!

60 » Reinhard Kanther
Hallo,
mein Ziel war es den Karstwanderweg in einem Stück (ThruHike) zu laufen. Dafür bin ich am 21.7.2020 mit dem Zug nach Seeben gefahren. Ich weiß, dass der Karstwanderweg nicht in Seeben beginnt, aber dieser Ort war für mich besser mit dem Zug zu erreichen. Nach 5,5 Tagen und 203 km habe ich mein Heimatdorf Schochwitz in der Nähe von Seeburg erreicht. Dabei bin ich den Karstwanderweg in seiner vollen Länge gegangen. Überrascht war ich von der guten Ausschilderung und von der sehr guten Streckenführung. Auf meinem Blog veröffentliche ich noch einen ausführlichen Bericht über diese Wandertour.

Ich poste hier, weil ich eine Kritik anbringen will. Der Karstwanderweg endet mitten in der Wildnis auf einem Parkplatz an der B86. Für mich ist das vollkommen unverständlich. Man hätte sich zumindest eine Ortschaft für das Ende des Weges aussuchen können. Auf der ganzen Strecke wird mit Hilfe von Schautafeln über den Bergbau und die besondere Bedeutung des Kupferschiefers für den Bergbau im Harz gesprochen. Über jedes kaum zu erkennende Bergbauloch findet sich eine Schautafel. Meiner Meinung nach gehört auch Eisleben mit zum Karstwanderweg. Die Landschaft um Eisleben ist durch die Abbauhalden, die weithin sichtbar sind, das Zeugnis für den Bergbau im Harz. Nichts spricht deutlicher für den Fleiß der Bergleute in den letzten Jahrhunderten. Auch zum Lutherweg, der durch Eisleben verläuft, hätte man leicht eine geschichtliche Verbindung herstellen können. Die Stadt Eisleben wäre dann der würdige Abschluss eines sehr schönen Wanderweges.

Für mich persönlich ist das aktuelle Ende des Karstwanderweges auf einem Parkplatz an der B86 ein absoluter Fehlgriff der Streckenplaner und wird dem sehr schönen Wanderweg in keiner Weise gerecht.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Kanther

59 » Reinhard Zwirner
Bonustrack

Nachdem ich vor Jahren beide Varianten des Karstwanderwegs zwischen Förste und den
Ritterplätzen zu Fuß kennengelernt hatte und einen Teil der Südvariante nochmal mit einer
Wandergruppe, wollte ich jetzt unbedingt auch die nachträglich hinzugefügte Etappe
zwischen der Iberger Tropfsteinhöhle (bei Bad Grund) und Förste – quasi ein Bonustrack,
wie er auf manchen CDs zu finden ist – der Vollständigkeit halber noch erwandern. Na ja,
wer sonst keine Probleme hat …

An der Nordseite des zur Iberghöhle gehörenden Parkplatzes ging es also los. Und immer
schön bergauf. Aber das war dann auch die einzige längere schweißtreibende Steigung.
Ist man erst einmal oben, geht es von da an generell nur noch bergab … Am Albertturm
vorbei ist nach einem guten Kilometer die Harzhochstraße erreicht, der man ca. 100 m
folgen muß, um dann nach links abzubiegen. Hier kann, wer will, einen Abstecher zur
Hübichenstein-Klippe machen. Den etwas später auf dem WeltWald-Weg empfohlenen
300 m langen Abstecher zur Aussicht auf Bad Grund kann man sich meiner Meinung nach
sparen, weil die Sicht von inzwischen unerwartet hoch gewachsenen Bäumen versperrt
wird. Allerdings gibt es da auch einen schönen Picknickplatz mit einer Hütte, die vor
etwaigem Regen schützen kann.

Anschließend geht es ordentlich bergab – bei nassem Wetter sind zur Vermeidung von
Ausrutschern Bergstöcke äußerst empfehlenswert! Der Weg führt an den Randbereichen
von Bad Grund entlang und quert diese auch kurz. Schließlich steht man vor dem
Förderturm der geschlossenen Erzgrube „Hilfe Gottes“, der so aussieht, als ob er jeden
Moment wieder in Betrieb genommen werden könnte.

Zwischen Teichen hindurch und danach über Feldwege schlägt der Weg jetzt die Richtung
nach Windhausen ein. Die Treppe, die in diesem Ort zur Oberburg empor führt, macht den
Eindruck, als ob sie schon jahrelang nicht mehr begangen wurde. Der Abstecher zur als
Naturdenkmal geschützten Linde lohnt sich: der mächtige Baum hat in seinem langen
Leben offenbar schon einiges durchmachen und möglicherweise sogar Blitzschläge
einstecken müssen.

Danach wandert man erst einmal auf der Trasse der ehemaligen Eisenbahnverbindung
Gittelde-Bad Grund, die 1971 stillgelegt wurde, zum Bahnhof Gittelde. Später, in
Badenhausen, verläuft der Wanderweg auf der Trasse der 1967 eingestellten Schmalspur-
Eisenbahnverbindung Osterode-Kreiensen. Möglicherweise bereut man das heutzutage ...
Allerdings ist mit dieser Streckenführung ein für den Wanderer meiner Meinung nach
deutlicher Nachteil verbunden: von den rund fünfeinhalb Kilometern zwischen dem
Ortseingang Windhausen und dem Ortsausgang Badenhausen läuft man vier davon auf
mit Asphalt oder Beton befestigten Wegen - die Füße des Wanderers freuen sich! Dafür ist
später der Pfad an der Söse entlang erholsam und umso malerischer.
Danach geht es mal etwas länger bergauf. Nach dem Königstein ist es aber nicht mehr
weit bis Förste. Von dort brachte mich ein Bus nach Osterode zur – zum Glück noch
existierenden – Bahnstrecke Herzberg-Braunschweig.

Insgesamt ist mein Eindruck von dieser Etappe zwiespältig. Einerseits verläuft sie durch
eine schöne Gegend und zeigt interessante Details, andererseits ist die Streckenführung
teilweise nicht besonders wandererfreundlich, zumal die stillgelegten Eisenbahnstrecken
meines Erachtens nur indirekt etwas mit dem Naturphänomen „Karst“ zu tun haben.

58 » Reinhard Zwirner
Fast perfekt!

Wir, zwei Wanderinnen und zwei Wanderer (Anfang/Mitte 60 bis Anfang 80), waren vom 18. - 23. April auf dem Karstwanderweg (KWW) unterwegs. Der Autor dieser Zeilen hatte ihn schon in den Jahren 2008 - 2013 etappenweise erwandert und dafür immer die freien Tage genutzt, die sich im Zusammenhang mit dem 3. Oktober ergeben hatten. Seine begeisterten Schilderungen von Weg und Gegend im Kreis der jetzigen Mitwandernden hatten offenbar bewirkt, daß sie die Karstregion am Südharzrand im Rahmen der traditionellen jährlichen gemeinsamen Frühjahrswanderung einmal selbst kennenlernen wollten.

Die Gestaltung der Etappen, verbunden mit dem Finden passender Unterkünfte, war nicht im Handumdrehen erledigt. Nachdem immer mehr dörfliche Gasthöfe schließen bzw. nur noch zu bestimmten Zeiten lediglich Gastronomie anbieten, wird es ständig schwieriger, Übernachtungsmöglichkeiten zu finden, die man nicht jeweils nur nach Marathon-Wanderstrecken erreicht. Erschwerend kommt hinzu, daß wir vier je ein Einzelzimmer benötigen und dieses, unserem Komfortbedürfnis entsprechend, „natürlich“ Dusche und WC haben muß …

Am 18. April ging es dann, wie gesagt, los, und zwar an der Bushaltestelle Förste-Mühlenanger. Da wir nicht zu nachtschlafender Zeit in Hannover losfahren wollten und das Niedersachsenticket sowieso erst ab 9:00 Uhr gilt, kamen wir mit dem Linienbus dort kurz vor Mittag an. Zuerst führte uns der Weg zum „alten“ Startpunkt des KWW, nämlich zum Förste-Teich mit den vielen Quellen. Nach dessen Umrundung nahmen wir den verbleibenden Teil des KWW-Rundwanderweges Osterode-Förste-Ührde in Angriff. Auf einem auch für den Autor neuen Weg wanderten wir aus dem Ort heraus zum und auf den Lichtenstein. Daß hier (und auch im weiteren Verlauf des KWW) der Bärlauch in solcher Fülle wächst, war für alle beeindruckend – im Herbst war davon seinerzeit nichts mehr zu sehen! Die seit 2008 erfolgte Erweiterung des dortigen Steinbruchs ist dafür verantwortlich, daß der Kammweg heutzutage einen Schlenker machen muß. Dafür war im jetzt noch lichten Wald der Hirschzungenfarn gut zu erkennen.

In Ührde war der Landgasthof Sindram leider geschlossen; zum Glück fanden wir am dortigen Kirchlein eine Bank zum Ausruhen und Beine-Ausstrecken. Ach ja, Rast- bzw. Sitzgelegenheiten. Besonders an diesem ersten Wandertag, aber auch danach wurden sie oft mehr oder weniger schmerzlich vermißt. Selbst auf einem passenden Stück Iso-Matte sitzt es sich, speziell bei feuchter Witterung, nicht so erholsam wie auf einer Bank, wo man auch mal die Beine ausstrecken kann. Wir waren uns sicher, daß die Schaffung und spätere Pflege solcher Ausruhmöglichkeiten den KWW nicht nur für ältere Wandernde attraktiver machen würde.

Nördlich des Rosenbergs verließen wir dann den eigentlichen KWW und liefen direkt und geradewegs nach Osterode, wo wir im Harzer Hof gut unterkamen; für das leibliche Wohl sorgte ein nahes griechisches Restaurant.

Am Mittwoch (19. April) brachte uns erst einmal ein Bus nach Beierfelde. Bald erreichten wir wieder den KWW, auf dem es auf neuem, wunderschönem Wege Richtung Düna ging. Im dortigen Hainholz kamen wir angesichts der vielen gezeigten Karstphänomene kaum voran und wurden kurz vor Hörden auch noch von einem heftigen Schneeschauer erwischt. Der dortige Hördener Krug war leider wie am Vortag der Gasthof in Ührde nicht geöffnet. Auffallend war, daß die Sieber am Fuße des Nüllbergs deutlich mehr Wasser führte als die Sieber, die wir beim „Ausmarsch“ aus Hörden auf der dortigen Brücke überquert hatten – na ja, die Rhumequelle will gespeist werden. Oben auf dem Nüllberg freuten wir uns über die schöne Bank mit Blick ins Tal und aufs Herzberger Schloß, das anfangs noch im Dunst lag, bald aber klar zu sehen war. Dort gab es später auch noch Kaffee und leckeren Kuchen – schade nur (speziell für den Fotografen), daß etliche Gebäude des Schloßensembles eingerüstet waren. Schließlich ging es ins Tal und hinein nach Herzberg; hier wurden wir im Landhaus Schulze sehr gut untergebracht und verköstigt.

Am nächsten Tag, dem 20. April, wanderten wir bei schönem, aber trotzdem zu kaltem Wetter los. Kurz vor Pöhlde lud uns ein passender „Polter“ (dieses Wort, das einen zum Abtransport vorbereiteten Stapel aus Holzstämmen gleicher Länge bezeichnet, bereichert seit der Wanderung unseren Wortschatz!) zum Rasten ein. Leider wurde die Waldesruh' bald gestört: etliche Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge fuhren mit Blaulicht und tönendem Martinshorn auf der nahen Landstraße vorbei — man mußte befürchten, daß etwas Katastrophales passiert war. Zum Glück war es dann doch nicht so schlimm, denn wir konnten beobachten, daß die meisten der genannten Fahrzeuge bald wieder „ganz normal“ zurückfuhren, und auch der spätere Bericht im Harzkurier bestätigte unseren Eindruck.

Durch Pöhlde, an König Heinrichs Vogelherd vorbei und auf einer alten Eisenbahntrasse mit ihren Kilometersteinen ging es weiter zur Rhumequelle. Enttäuschend war, daß trotz des schönen Wetters der dortige Kiosk sowie auch das nahe Restaurant geschlossen waren und uns Besuchern nur ein ferner Blick auf den Quellteich möglich war, weil die hölzerne „Aussichtsterrasse“ offenbar nicht mehr sicher zu begehen ist und sie statt (bis zu?) ihrer Erneuerung lieber gesperrt wurde. Auf demselben Weg (um abzukürzen) liefen wir anschließend wieder zurück nach Pöhlde, wo wir im Gasthof Andres übernachteten.

Das Ziel des nächsten Tages (21. April) war die Bühberg-Baude bei Barbis. Am östlichen Ortsrand von Pöhlde stießen wir wieder auf den KWW. Im Pöhlder Wald gab es anläßlich einer etwas widersprüchlichen Markierung eine kurze Verwirrung, von der wir uns aber nicht beirren ließen; der Besuch des Wiedensees brachte das Rätsel mit sich, was es mit dem schiefen Rohr wohl auf sich haben mochte. Zum Zandersberg führt jetzt offenbar ein anderer Weg, der im angebotenen GPS-Track und in der offiziellen Leporello-Wanderkarte aber (noch?) keinen Niederschlag gefunden hatte. Da wir unsicher waren, ob damit nicht ein ggf. längerer Umweg verbunden sein würde, wanderten wir auf der früheren Strecke weiter. Lange Zeit war das auch völlig unproblematisch; oben auf dem Zandersberg, wo der Weg einen scharfen Rechtsknick nach Süden macht, waren die Markierungen deutlich zu erkennen - die dortige Hinweistafel lag allerdings auf dem Boden. Gleich danach wurden wir jedoch am Weitergehen gehindert: jemand hatte den zwischen Hecke und Weidezaun eigentlich ausreichend breiten Weg durch eine Gestrüppbarriere unpassierbar gemacht. Natürlich wußten wir uns zu helfen, können so eine Maßnahme aber nicht verstehen. Sind das denn keine öffentlichen Wege?

Die gegenüber 2008 geänderte Wegführung im weiteren Verlauf des KWW war in Karte und GPS-Track schon berücksichtigt. Auf den Ausflug zur Wüstung Königshagen verzichteten wir und kamen bald am unscheinbaren Nonnenkreuz vorbei. Ein Stück vor dem Beberteich verließen wir dann den KWW in Richtung unseres Tagesziels Bühberg-Baude; dort übernachteten wir in luxuriös ausgestatteten Zimmern, wurden köstlich bewirtet und konnten noch am selben Abend wie beim Frühstück am nächsten Morgen äsende Rehe beobachten.

Beim Start am Samstag (22. April) begleiteten uns erst einmal Regen und kalter Wind. Natürlich war unser 1. Anlaufpunkt der Beberteich, wo wir wieder auf den KWW trafen. Dort hörte der Regen zum Glück auf, so daß wir von da ab ohne Schirm und/oder Kapuze weiterwandern konnten. Vorbei am beeindruckenden Westersteinriff ging es nach Bartolfelde. Warum der KWW nach Rückkehr vom Abstecher zum Moostierchenriff jetzt direkt an der B 243 entlang führt, war für uns nicht nachvollziehbar. Bei Osterhagen, wo wir vergeblich auf einen Kaffee im Gasthof „Zur Post“ (geschlossen!) hofften, wandten wir uns in Richtung Steina, weil wir dort unsere nächste Unterkunft gebucht hatten. Nach Überquerung der neuen B-243-“Autobahn“ erreichten wir schließlich diesen Ortsteil von Bad Sachsa, doch auch hier erfüllte sich unsere Hoffnung auf Kaffee und Kuchen nicht, da alle gastronomischen Einrichtungen, an denen wir vorbeiwanderten, nicht geöffnet waren. So kamen wir früher als geplant an unserem Tagesziel an, dem Landhaus Helmboldt im Steina-Tal, wo es erst einmal — endlich! — den Nachmittagskaffee samt leckerem Kuchen gab. Auch ansonsten war dort alles, um es mit der Stiftung Warentest zu sagen, „sehr empfehlenswert“!

Beim Frühstück am nächsten Morgen (23. April) zeigte ein Blick aus dem Fenster höchst Unerfreuliches — es regnete in Strömen. Doch dann hatten wir Glück: beim Aufbruch hörte der Regen auf. So ging es durchs Steinatal zurück in den Ort und weiter auf dem Nordast des KWW, vorbei an Staufenbüttel und Römerstein, in Richtung Tettenborn. Die dortige Hinweistafel mit der Erwähnung eines erst spät gefundenen Massengrabes, in dem ermordete KZ-Häftlinge verscharrt worden waren, erinnerte zu Recht an einen Zeitraum deutscher Geschichte, der nicht vergessen werden darf.

An der Pfaffenholzschwinde, einem Naturschutzgebiet, wird neben der Erläuterungstafel explizit darauf hingewiesen, daß der dort deutlich sichtbare Trampelpfad nicht begangen werden darf, ein Verbot, an das sich offenbar nur wenige Wandernde halten. Irgendwie ist es aber auch nicht wirklich nachzuvollziehen, warum interessierten Karstweg-Wandernden dieser schmale Zugang nicht gewährt wird. Wäre der Naturschutz in diesem Bereich dadurch tatsächlich so gefährdet? Und wenn das doch so sein sollte, wäre eine Erklärung für das Verbot sicher hilfreich dabei, daß es auch befolgt wird …

Bald danach erreichten wir die Kranichteiche bei Neuhof und verließen dort zum letzten Mal (?) den KWW, um wenig später an unserem Tagesziel, dem Bahnhof von Bad Sachsa, anzukommen. Von dort brachte uns die DB wieder gut und bequem zurück nach Hannover.

Fazit: Wir alle waren begeistert von dem interessanten Weg, der schönen Gegend, der lobenswerten Ausschilderung und den vielen blühenden Frühlingsblumen, obwohl wir befürchten, daß ihr Blühen häufig vergeblich war, weil wg. des kalten Wetters keine Bienen und nur wenige Hummeln zu sehen waren; den Blüten etlicher Kirschbäume schien der Frost sogar den Garaus gemacht zu haben! Das (Entschuldigung!) saukalte und feuchte Wetter — dafür kann der KWW natürlich nichts — und die besonders anfangs nicht vorhandenen und generell zu seltenen Bänke/Plätze zum Ausruhen, wo wir gern mal die Beine von uns gestreckt hätten, waren leider die Wermutstropfen bei der Wanderung.

57 » Herwig Huener aus 85653 GrossHelfenDorf
Man sollte keine AusSagen mit Anspruch an ewige Gültigkeit machen. Meine AusSage "Ich rechne nicht ernsthaft damit, die JettenHöhle noch einmal von innen zu sehen" ist seit gestern, den 26. September, Makulatur - bei einem Treffen des AbiJahrganges 1970 des Gymnasiums Osterode hat der kleine Haufen sich zu einer Besichtigung des HainHolzes zusammengefunden und auch die ersten paar Meter der JettenHöhle befahren - soweit das TagesLicht eben reicht, denn keiner von uns hatte eine anständige Lampe dabei.

Lustig: die Bemühungen, durch ein paar hingeworfene ZweigHaufen den zufälligen Wanderer von der Begehung der Höhle abzuhalten.

Anmutig: Das HainHolz im Licht der späten HerbstSonne.

Frustrierend: Wer hat mein WortSpiel, das ich schon 1997 gefunden hatte (HainHolz zu KleinHolz) geklaut?

Noch frustrierender: Ist der Eingang zur JettenHöhle niedriger, oder waren wir vor 50 Jahren irgendwie gelenkiger?

Empfehlenswert: Der EulenHof in Hörden. Damit man nicht zuviel Zeit in der Höhle verbringt.

Gruss von hier (Bayern) aus an die alte Heimat.

56 » Herwig Huener aus 85653 GrossHelfenDorf
In der JettenHöhle

Ich bin Herwig Huener und in Osterode aufgewachsen. Mein
Vater war dort GymnasialLehrer. 1980 bin ich nach Bayern
gezogen. Ich möchte eine Story loswerden, die sonst
verloren geht.

Es war in den Sechziger oder höchstens Anfang der
Siebziger Jahre. Damals konnte man die JettenHöhle noch
ungehindert begehen. Ich selbst allerding war zunächst
einmal frustriert, weil meine SchulKlasse einen AusFlug
in die JettenHöhle machte, während ich zur GeigenStunde
gezwungen wurde. Aber ich machte das später wett durch
viele Unternehmungen auf eigene Faust.

Wenn ich damals schon gewusst hätte, wieviel Material
in der JettenHöhle so im Laufe der Zeit von der Decke
fällt, wäre ich bei diesen HöhlenBegehungen vielleicht
zurückhaltender gewesen! (Die MarthaHöhle habe ich
mir nie getraut.)

Ich machte dort auch Photographien, natürlich beschränkt
durch die damaligen technichen Möglichkeiten. Allerdings
gab es mit dem chemischen FilmMaterial eine Möglichkeit,
die digitale Kameras heute nicht bieten: Kamera auf
Stativ, Objektiv auf, und mit irgendeiner LichtQuelle
rumlaufen und alles anleuchten, was einen interessiert.
Das geht sogar mit einer Kerze, und ich habe interessante
Photos, wo eine leuchtende Schlange sich durch die
Höhle schlängelt und für ein echt gemütliches Ambiente
sorgt.

Aber ich wollte die Höhle auch mit eigenen Augen in
ihrer Vollständigkeit sehen. Und da kam ich auf eine
einfache Idee: Ich besorgte mir etliche Packungen
WeihnachtsBaumKerzen (Ich weiss, dass das in einer
KarstHöhle politisch unkorrekt ist! Aber damals
wusste ich es noch nicht, und es hätte einen Teenager
auch nicht beeindruckt.), und als ich die Höhle eines
Tages für mich hatte - sie war als AusFlugs- und
BegehungsZiel ja durchaus bekannt - begann ich, die
Höhle zu "iluminieren". Es dauerte nicht lange, bis
der ganze hintere, interessanteste Teil der Höhle
erleuchtet war wie die Halle des BergKönigs aus
Peer Grieg - nur ohne Musik eben. Diesen Anblick
werden nicht viele Menschen gehabt haben - und er war
auch nur von nicht allzulanger Dauer, weil die vielen,
auf die Felsen geklebten Kerzen ja runterbrannten.

Und dann hörte ich Stimmen. Ich ging sofort in Deckung
- damals kannte ich ja jeden Fussbreit dort, es war
überhaupt kein Problem, unsichtbar zu bleiben.

Wer immer dort kam, dem verschlug es hörbar die Sprache,
weil sie das SchauSpiel ja auch sahen und annehmen
mussten, dass der Verursacher irgendwo in der Nähe
steckt. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich bemerkte,
dass die, die da eingetreten waren, sich ganz defensiv
wieder zurückzogen.

Ich weiss bis heute nicht, wer es war, und die wissen
bis heute nicht, wer diese Kerzen aufgestellt hat. Kann
sein, dass diejenigen auch diese WebSeite lesen - dann
wissen sie es jetzt.

Der Umzug nach Bayern schränkte am 1980 jeden Besuch
im Harz und HarzVorland und in der JettenHöhle wieder
ein. Ich tauchte noch einmal im HainHolz auf, als
dieses Gerücht von den 5000 Jahre alten HöhlenZeichnungen
in der JettenHöhle auftauchte - aber in der Nacht,
bevor ich nach NordDeutschland fuhr, machte ein
Sturm aus dem HainHolz KleinHolz, und die Höhle
war nicht mehr zugänglich, jedenfalls nicht für mich.

Das war schon die ganze Story, zur allgemeinen
Erbauung hier mitgeteilt. Ich rechne nicht ernsthaft
damit, die JettenHöhle noch einmal von innen zu sehen.

Herwig Huener

55 » Christina Prenzel aus Nordhausen
Über die neue Rubrik „Schulen und Karst - authentisches Lernen in der Nahwelt der Schulen am Karstwanderweg" freue ich mich sehr. Ich hoffe, dass viele diese Anregungen nutzen.

54 » Reinhard Zwirner
Das war’s aber nun leider wirklich!

Im letzten Jahr hatte ich ja vom Abschluss meiner Wanderung auf dem KWW berichtet, die im Jahr 2008 an den Förste-Quellen begonnen hatte. Doch die schöne Gegend mit den interessanten Karst-Phänomenen ließ mich nicht los, und so haben meine Füße und ich vom 3.-6. Oktober auch noch den „Nord-Ast“ von Osterode nach Gudersleben kennengelernt.

Start war mittags am Bahnhof Osterode-Mitte. Schon gleich am Kreisel leuchtete mir das wohlbekannte weiße K im roten Querbalken auf weißem Quadrat entgegen. Gleich hier möchte ich die ausgezeichnete Markierung des Weges loben, die den Blick auf die Karte oder das Wander-GPS fast überflüssig machte; nur an ganz wenigen Stellen hätte ich mir das eine oder andere zusätzliche Schildchen gewünscht. Vereinzelt fanden sich auch noch Markierungen aus der Zeit der ersten Etappen (gelb-schwarzer Punkt) und brachten Vergessenes wieder zurück ins Bewusstsein ...

Vorbei an der Stadtmauer ging’s zügig Richtung Herzberg. Am Teufelsloch fühlte ich mich ein wenig an US-amerikanische Verhältnisse erinnert, als die Schwierigkeit der Wegstrecke betont und auf einen Ersatzweg hingewiesen wurde. Schade, dass die Papenhöhe nicht mehr bewirtschaftet ist; insgesamt gibt es für meinen Geschmack direkt an der Strecke sowieso viel zu wenige Einkehrmöglichkeiten.

Sehr beeindruckend fand ich die Erläuterungen an der Biegung der Sieber nördlich von Hörden, wo jährlich 19 Mio. m3 Wasser versickern, die aber drei Tage später aus der Rhumequelle wieder ans Tageslicht sprudeln. Die Wegführung am Tagesziel Herzberg war einfach klasse. Vorbei am Wasser“fällchen“ der Lonau wandert man den Mühlengraben enlang in die Ortsmitte. Von dort ging es dann durch die Fußgängerzone zur vorab gebuchten Unterkunft, dem Hotel „Landhaus Schulze“. Hier konnten sich die schmerzenden Füße vom schönen, aber meiner Meinung nach zu oft über Asphalt, Beton oder Pflaster verlaufenden Weg erholen. Das Essen war vorzüglich, das Zimmer einwandfrei, Schlaf aber nur bei geschlossenem Fenster möglich, weil die B 243 direkt am Haus vorbeiführt.

Am Freitagmorgen war ein erneuter Marsch durch die Fußgängerzone angesagt, wo ich dann am Marktplatz wieder auf den KWW traf. Wie am Vortag am Mühlengraben entlang und danach vorbei am Jues-See ging es hinaus aus Herzberg hinauf zum Papenberg. Neben dem dortigen Funkmast graste auf einer Weide eine Herde Lamas, die den Wanderer neugierig beäugten. Oberhalb von Scharzfeld war der Abstecher zur Steinkirchen-Höhle und auf die Steinberg-Kuppe natürlich Pflicht; dagegen verzichtete ich später auf den Rundweg am Schulberg und steuerte direkt das nächste Ziel an, die Einhornhöhle.

Dort entschied ich mich dann für eine Rast mit Erbsensuppe statt für die Höhlenbesichtigung – laufen musste ich noch genug. Anschließend wurde die Ruine Scharzfels umrundet und die ebenfalls zerstörten Bauten am Frauenstein besichtigt, ehe es in Richtung Barbis weiterging. Nach Unterquerung der B 243 fiel der Blick auf ein mitten im Gestrüpp ganz verloren stehendes, verrostetes Andreaskreuz, und richtig, kurz danach führte der Weg über die völlig zugewachsene Trasse der ehemaligen Bahnstrecke nach Bad Lauterberg. Das Stück durch Barbis auf Pflaster und Asphalt schien schier endlos, dafür war es anschließend an Mühlgraben und Oder entlang umso schöner. Abweichend von dem in der Karte angegebenen Wegverlauf und dem angebotenen GPS-Track wird der KWW im Süden von Bad Lauterberg nicht mehr über das Gelände der Königshütte geführt, sondern verläuft an dessen südlichem Rand. Schade, denn das Ensemble ist durchaus sehenswert. Ich jedenfalls nahm den „alten“ Weg durch das unverschlossene Tor und strebte schließlich meinem Ziel zu, dem „Hotel Muschinsky-Brohm“. Hier bekam ich ein wunderschönes Zimmer; das Hotel beherbergt jedoch offensichtlich in erster Linie die Patienten der angeschlossenen Kurklinik und bietet nur eine eingeschränkte Gastronomie. Deshalb aß ich am Abend dann lecker im wenige 100 m entfernten, stark frequentierten italienischen Restaurant „Taranto“ und wurde nachts dank der ruhigen Umgebung trotz des offenen Fensters nicht im Schlaf gestört.

Samstag: Regen. Die Goretex-Jacke wurde aktiviert, und so machte ich mich unterm Regenschirm trotzdem wohlgemut auf den Weg nach Walkenried. Über das Königshütten-Gelände ging’s raus aus Bad Lauterberg und zum Warmwerden erst einmal ein gutes Stück bergauf, dann durchs Winkeltal und am Eulenstein vorbei in Richtung Steina. Vor dem steilen Abstieg in den Ort besorgte ich mir sicherheitshalber einen stabilen Wanderstock, denn wenn gut zwei Zentner (inkl. Gepäck) auf dem durch den Regen glitschigen Weg ins Rutschen kommen, dann sind sie kaum noch zu bremsen! Zum Glück und dank vorsichtigen Gehens kam ich aber gut unten an der Brücke über die Steina an, die hier angesichts des permanenten Regens überhaupt keine Tendenz zum Schwinden zeigte. Nachdem der Ort durchquert war, wartete wieder ein Anstieg auf den Wanderer, und zwar hinauf auf den Stauffenbüttel. Hier legte ich in der Schutzhütte am Aussichtspunkt eine Rast ein – die Aussicht war aber leider in jeder Hinsicht trübe.

Anschließend führte der Weg gleich wieder bergab und zuerst lange auf Asphalt zum Römerstein, der aber wohl nicht nach dem Volk aus dem Mittelmeerraum, sondern nach einer germanischen Sagengestalt benannt ist. Aufgrund der Warntafeln und des matschigen Pfades verzichtete ich auf eine Umrundung. Die Trogsteinhöhle und die Stelle, an der früher der Bahnhof Tettenborn an der Strecke Herzberg-Nordhausen stand, waren dann weitere Zwischenziele, ebenso wie die recht unspektakuläre Pfaffenholzschwinde. Die Holzplanken an der Priestersteinhöhle waren durch den Regen glatt wie Eis geworden, sodass ich mich fast auf den Hosenboden gesetzt hätte. Einige Zeit später erreichte ich Neuhof und hatte Glück: im dortigen Vereinsheim eines Fußballclubs fand ich zeitweiligen Unterschlupf vor dem Regen.

Bald nach dem Aufbruch ging es – weiterhin im Regen – hinauf zum Sachsensteinblick. Von den Zwergenlöchern sah ich später keines, möglicherweise auch deshalb, weil ich wegen des schlechten Wetters nicht besonders danach gesucht habe. Der mögliche Abstecher zur Waldschmiede fiel deswegen ebenfalls – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Wasser. Nach einem langen Regenwandertag erreichte ich schließlich nach Überschreiten der Bahnstrecke gleich am Ortseingang von Walkenried mein Ziel, das Hotel (garni) „Jagdschloß“. Äußerlich macht es eher nicht so viel her, aber die Zimmer: spitze! Nach einer heißen Dusche absolvierte ich dann in trockenen Klamotten noch die KWW-Schleife durch den Ort. Essen gab’s im „Bischoff’s Eck“: Ein gutbürgerliches Menü mit Oktoberfestbier aus München waren dort ein Lichtblick am Ende eines sonst ständig trüben Tages.

Sonntag: Es ist trübe, aber – hurra! – trocken. Nach einem leckeren Frühstück Aufbruch zur letzten Etappe. Ob des „guten“ Wanderwetters ging es unbeschwert dahin. Allerdings am Itelteich zu unbeschwert, wohl auch wegen der guten Erfahrungen mit der Wegmarkierung: ich bog zwar vom Feldweg nach rechts Richtung Osten ab, beachtete die dortige Markierung aber nicht genau genug, verzichtete auf einen Blick auf GPS sowie Karte und blieb dadurch auf dem Weg, der unten am Teich entlang führt. Erst am östlichen Teichende bemerkte ich meinen Irrtum und musste zur Strafe dann einen Umweg laufen, um den KWW wieder zu erreichen. Umso mehr legte ich von diesem Zeitpunkt an Wert darauf, Richtungsänderungen genau zu überprüfen ...

Oberhalb des Himmelreichtunnels warf die Sonne einen leider viel zu kurzen Blick auf die schöne Gegend. Im Folgenden kam dann beim Passieren des ehemaligen KZ Ellrich-Juliushütte dieselbe Beklemmung auf wie schon 2010 am KZ am Kohnstein bei Niedersachswerfen. Es ist schlimm, was Menschen Menschen antun können.

Zwischen der Lochmühle und Gudersleben wurde die Willenskraft des Wanderers durch die am Wegesrand stehenden reichlich tragenden Pflaumenbäume auf eine harte Probe gestellt. Und beim letzten Stück des „Nord-Astes“, kurz bevor dieser mit dem „Süd-Ast“ des KWW zusammentrifft, konnte man den Eindruck bekommen, dass die Anlieger uns Wanderern aber auch wirklich nur das Allermindeste an Wegbreite gönnen.

Den weiteren Wegverlauf kannte ich ja schon aus dem Jahr 2009. Der durch Baumfällarbeiten bedingten Umleitung folgte ich nicht, da ich rechtzeitig am Bahnhof Woffleben sein wollte. Bis zum Igelsumpf war jedoch alles wie vor vier Jahren. Erst danach war der Weg aus dem genannten Grund quasi unpassierbar geworden. Man konnte aber problemlos auf der Wiese am Waldrand entlang weiterlaufen; diese Möglichkeit hatten offenbar auch im Zusammenhang mit den Fällarbeiten eingesetzte Fahrzeuge schon genutzt. Bald danach erreichte ich die von Hürningen kommende Straße, verabschiedete mich dort zum letzten (?) Mal vom KWW und erreichte völlig problemlos meinen Zug.

Fazit: Auch der „Nord-Ast“ ist ein absolut zu empfehlender Wanderweg. Mir persönlich hat der „Süd-Ast“ aber besser gefallen (oder ist es nur die verklärende Erinnerung?): die vorwiegend akustische Begleitung durch die B 243 an den ersten beiden Tagen war mir zu penetrant.
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