Wiedatal

Die Versickerung der Wieda zwischen Walkenried und Gudersleben

Hier treffen sich der nördliche und südliche Ast des Karstwanderweges

Die Wieda entspringt in der Nähe des gleichnamigen Harzortes im Landkreis Göttingen und fließt etwa 10 km durch die Südharzabdachung, bevor sie die auslaugungsfähigen Zechsteinschichten bei Walkenried erreicht. Unterhalb der "Schäferbrücke" bei Walkenried verliert sich das Wasser in der trockenen Jahreszeit in den mächtigen Schottern. Das Flusstal ist dann meist bis zum Standort ausgetrocknet. Gegenüber dem Standort mündet das Lochmühlenbachtal. Der Lochmühlenbach bezieht sein Wasser aus einer Karstquelle.

Der den Lochmühlenbach begleitende Grundwasserstrom staut die in den Wiedaschottern fließenden Grundwässer der Wieda auf, so dass bereits 150 m westlich dieser Einmündung ein Teil des unterirdischen Wiedawassers wieder in das Flussbett tritt. Dadurch führt die Wieda östlich dieser Stelle häufig Wasser. Nach wenigen hundert Metern Lauf versinkt das Wasser abermals im Untergrund. Ein bedeutender Teil des Wiedawassers versinkt nicht nur in den quartären Schottern, sondern auch in den darunterliegenden verkarstungsfähigen Dolomiten und Gipsen. Beobachtungen weisen darauf hin, dass dieses Wasser im Salzaspring wieder zutage tritt.

Gudersleben hat heute etwa 250 Einwohner. 927 schenkte König Heinrich I. seiner Frau Mathilde sein Erbgut in Gudisleben. Am nördlichen Dorfrand steht unter einer Baumgruppe ein Steinkreuz in lateinischer Kreuzform. Beide Arme sind beschädigt und an der Oberfläche sind starke Verwitterungsschäden zu erkennen. Auch hier berichtet die Sage, dass ein Soldat an dieser Stelle begraben wurde. Das Kreuz soll aber auch den Ort in Kriegszeiten vor Plünderungen geschützt haben. Die Kirche St. Viti stammt aus dem 17. Jh. Der mit der Kanzel in einem Körper zusammengebaute Altar ist im 18. Jh. angefertigt worden. Sehenswert ist der aus Alabaster gedrehte Taufstein mit der Jahreszahl 1758.

GPS-Koordinaten
N 51.5528° E 10.6784°

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